Blitzmarathon: NRW-Polizei muss wenig Raser tadeln

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NRW - Autofahrer in 22 Ländern Europas mussten sich in Acht nehmen: Die Polizei hatte vielerorts Radargeräte platziert. Beim Blitzmarathon wollen die Beamten europaweit Temposündern einen Denkzettel verpassen.

Blitzmarathon in Nordrhein-Westfalen: Mehr als 2600 Polizisten haben am Donnerstag an ebenso vielen Stellen landesweit die Geschwindigkeit von Fahrzeugen kontrolliert. Die Verkehrsteilnehmer waren jedoch vorab gewarnt: Die Tempolimits wurden bis zum Nachmittag bis auf wenige Ausnahmen eingehalten, teilten Polizei und Innenministerium in Düsseldorf mit.

Als einer der "schnellsten" Temposündern ging der Polizei ein Autofahrer bei Ratingen (Kreis Mettmann) ins Netz. Statt Tempo 50 hatte er 89 Stundenkilometer auf dem Tacho, sagte eine Polizeisprecherin. Er muss nun mit einer Anzeige, einem Punkt in Flensburg und 120 Euro Bußgeld rechnen. An derselben Messstelle wurde ein Lastwagen-Fahrer unter Drogen aus dem Verkehr gezogen.

An den Kontrollstellen in Oberhausen verstieß nach Polizei-Angaben etwa jedes zwanzigste Fahrzeug gegen Tempolimits. Pech hatte ein Autofahrer, den die Polizei jeweils auf dem Hin- und Rückweg durch eine 30er-Zone mit mehr als 50 Stundenkilometer blitzte. Im Vergleich dazu musste die Polizei im Rhein-Kreis Neuss deutlich weniger Verstöße ahnden. Bei 7790 Fahrzeuge stellten die Beamten 184 Geschwindigkeitsvergehen fest. Das schwarze Schaf unter ihnen war ein 69-jähriger Mann aus Grevenbroich, der in seinem Auto mit Tempo 113 statt 70 über eine Landstraße jagte, wie die Polizei mitteilte. Eine umfangreichere Bilanz will das Landesinnenministerium am Freitag vorlegen.

Die CDU-Landtagsfraktion kritisierte die Aktion: Trotz mehrerer landesweiter Großkontrollen in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten im Land gestiegen. "Minister Jäger rechtfertigt den Sinn des Blitzmarathons immer damit, dass man die Köpfe und nicht die Portemonnaies der Temposünder erreichen wolle. Leider sprechen die Verkehrsunfallzahlen in Nordrhein-Westfalen eine andere Sprache", sagte Theo Kruse, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Die Grünen befürworteten die Verkehrsaktion, warben aber für "eine kontinuierliche Verkehrsüberwachung und klare Tempolimits".

Erstmals beteiligten sich am Blitzmarathon - neben 13 000 deutschen Polizisten - weitere 21 Staaten in Europa an der Großkontrolle. "Die europaweite Ausdehnung ist die nächste Stufe dieser sinnbefreiten PR-Aktion", monierte die NRW-Landtagsfraktion der Piraten. Die Aktion sollte diesmal - aus Respekt vor der Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes am Freitag - bereits nach 18 Stunden um Mitternacht enden. - dpa

Quelle: wa.de

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