Bevölkerungszahl schrumpft - aber nicht überall gleich in NRW

NRW - Das bevölkerungsreichste Bundesland verliert Jahr für Jahr Bewohner. Dabei ist die Entwicklung in NRW je nach Stadt oder Gemeinde sehr unterschiedlich. Auch die Altersstrukturen verändern sich nicht homogen. Das hat Folgen.

Die Zahl der Menschen in Nordrhein-Westfalen sinkt in den nächsten 20 Jahren weiter. Allerdings schrumpft die Bevölkerung nicht überall gleich. Bis zum Jahr 2030 soll die Gesamtbevölkerung um 3,7 Prozent auf 17,19 Millionen gegenüber 17,85 Millionen im Jahr 2011 zurückgehen. Städte wie Bonn (plus 11,5 Prozent) oder Köln (plus 10,4) legen dagegen zu. Auch kleinere Orte wie Verl im Kreis Gütersloh (plus 14) oder Rösrath im Rhein-Bergischen Kreis (plus 7) wachsen. Das geht aus einer Modellrechnung zur Bevölkerungsentwicklung in NRW hervor, die das Statistische Landesamt am Donnerstag in Düsseldorf vorgestellt hat.

Die demografische Entwicklung verlaufe je nach Stadt und Gemeinde unterschiedlich stark. Innerhalb eines Kreis stellten die Statistiker erhebliche Unterschiede fest. So soll die Bevölkerung in Meerbusch bis 2030 um 5,5 Prozent wachsen, während in Korschenbroich ein Minus von 10 Prozent erwartet wird. Beide Orte liegen im Rhein-Kreis Neuss.

Bei der Veränderung der Altersstruktur übernehmen Schöppingen im Kreis Borken und Hürth bei Köln Spitzenplätze ein. Während in der Gemeinde im westlichen Münsterland bis 2030 ein Verlust bei den unter 19-Jährigen von 56 Prozent droht, wächst diese Altersgruppe in Hürth um über 14 Prozent an, wie die Statistiker errechnet haben.

Als Basis für die Modellrechnung nutzte das Landesamt die Bevölkerungszahlen zum Stichtag 1. Januar 2011. "Zu beachten ist bei der Interpretation der Ergebnisse derartiger Modellrechnungen, dass sie nicht als präzise eintreffende Entwicklungen aufgefasst werden", sagt Sprecher Leo Krüll. Im Juni 2012 hatte das Landesamt eine erste Prognose für das Jahr 2030 vorgestellt, damals noch ohne die Zahlen von 373 kreisangehörigen Gemeinden, die jetzt mit in die Rechnung eingeflossen sind.

Das Landesamt berechnet alle drei Jahre im Auftrag der Landesregierung die Bevölkerungsentwicklung. Unter anderem fließen Annahmen über Lebenserwartung, Geburten sowie Zu- und Abwanderung ein. Bei der vorherigen Berechnung war das Landesamt für 2030 noch auf eine Einwohnerzahl von 17,3 Millionen gekommen: Unter anderem wegen einer geringeren Steigerung der Lebenserwartung fällt die aktuelle Berechnung etwas niedriger aus. - lnw

Quelle: wa.de

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