Im Bett erschlagen: Mordverdächtiger beteuert Unschuld

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DÜSSELDORF - Neun Jahre nach dem nächtlichen Mord an einer jungen Frau in Düsseldorf hat ein 39-jähriger Familienvater vor Gericht seine Unschuld beteuert. "Ich habe Susanne L. nicht getötet", betonte der wegen Mordes angeklagte Ratinger beim Prozessauftakt vor dem Düsseldorfer Landgericht.

Er habe ihre Wohnung in der Tatnacht gegen 02.00 Uhr verlassen. Da habe sie friedlich geschlafen. Der Angeklagte ist der Ex-Freund des Opfers.

Eine neue Analysemethode zur Bestimmung der Tatzeit hatte den Verdacht gegen ihn verstärkt. Demzufolge war er in der Wohnung der Frau, als diese brutal in ihrem Bett erschlagen wurde. Rechtsmediziner aus Jena errechneten, dass die 27-Jährige in der Tatnacht zwischen 23.00 und 2.00 Uhr morgens starb. Ihre Methode beruht auf Computerberechnungen und Modellen zur Körperauskühlung.

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Düsseldorfer Rechtsmediziner hatten nach der herkömmlichen Methode die Temperatur der Leiche gemessen und den Zeitraum der Abkühlung berechnet. Danach starb die Frau zwischen 6.40 Uhr und 12.40 Uhr. Da war der Angeklagte längst bei seiner neuen Freundin und heutigen Ehefrau in Essen. Die Tote war am 20. November 2004 abends in ihrer Düsseldorfer Wohnung entdeckt worden. Sie hatte zu ihrer Geburtstagsparty geladen und die Gäste warteten vergeblich vor der Tür.

Nach einem gemeinsamen Fernsehabend "habe ich Susanne ins Bett gebracht und bin wohl neben ihr eingenickt", so der Angeklagte. Wegen der Katzenhaare in ihrer Wohnung habe er von ihr einen Jogginganzug bekommen und getragen. Den habe er ausgezogen und auf das Bett gelegt, bevor er gegangen sei, behauptete er.

Der Anzug spielt für Staatsanwalt Christoph Kumpa eine zentrale Rolle in dem Verfahren: "Die Analyse der Blutspritzer auf dem Anzug belegt, dass er vom Mörder bei der Tat getragen wurde." Rätselhaft ist bis heute das Motiv der Bluttat.

Der Staatsanwalt geht davon aus, dass der Angeklagte damals den Beziehungsstress zwischen zwei Frauen nicht mehr ausgehalten hat, sich von Susanne L. aber auch nicht trennen konnte, mit der er mehr als sieben Jahre zusammen war. Beide Frauen hätten nichts voneinander gewusst.

Als Nebenklägerin tritt die Mutter des Mordopfers auf. Neun Jahre habe sie darauf gewartet, dass der brutale Mord an ihrer Tochter aufgeklärt wird: "Jeder Tag war eine Tortur für mich." In der nächsten Woche soll die Ehefrau des Angeklagten als Zeugin gehört werden. Für den Prozess sind bis Mitte Dezember 16 Verhandlungstage angesetzt. - dpa

Quelle: wa.de

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