Betrüger kauften Fort Fun: Prozess-Beginn

Trotz aller Umstände soll im kommenden Jahr das 40-jährige Bestehen des Freizeitparks gefeiert werden.

BESTWIG - Es klingt wie ausgedacht: Mutter und Sohn geben sich als Millionäre aus, fälschen eine Bankbürgschaft und kaufen den Freizeitpark „Fort Fun“. Der Betrug fliegt auf, jetzt kommt das Duo vor Gericht.

Mit gefälschten Papieren haben sich eine Mutter und ihr Sohn als Millionäre ausgegeben und einen Freizeitpark im Sauerland gekauft. Von Dienstag an müssen sie sich wegen Betruges vor dem Landgericht in Arnsberg verantworten.

Der 29-Jährige und seine 53 Jahre alte Mutter hatten im Dezember 2011 den Freizeitpark „Fort Fun“ bei Bestwig für sechs Millionen Euro von der französischen „Compagnie des Alpes“ (CDA) gekauft. Als Sicherheit hatten sie Bankbürgschaften in Millionenhöhe vorgelegt, die sich einige Wochen später als gefälscht herausstellten. Auch die Anzahlung von rund 200 000 Euro hatte sich das Duo offenbar erschwindelt.

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Die 53-Jährige hatte einem Hersteller von Achterbahnen den Verkauf einer millionenteuren Attraktion für „Fort Fun“ vermittelt und dafür eine dicke Provision eingestrichen. Davon soll das Duo dann den Ermittlungen zufolge die Anzahlung bezahlt haben.

Nach dem Kauf des in die Jahre gekommenen Freizeitparkes hatte der 29-Jährige direkt mit dem Umbau einer Westernstadt begonnen. Als der Schwindel kurz darauf aufflog, waren bereits einige Gebäude leer geräumt. Die Betrüger kamen in Untersuchungshaft. Der 29-Jährige sitzt mittlerweile eine Strafe wegen einer anderen Straftat ab.

Das Gericht hat für den Prozess sieben Verhandlungstage geplant, ein Urteil wird Anfang Dezember erwartet. Nachdem die Betrüger aufgeflogen waren, hatte die CDA kurzerhand wieder die Regie im Park übernommen.

Fort Fun konnte wie geplant im Frühjahr öffnen und im Sommer das 40-Jährige Jubiläum feiern. „Wir sind froh, dass jetzt auch der Prozess gegen die Betrüger beginnt“, sagte eine Parksprecherin. Der Vorfall habe zu Beginn des Jahres für Unsicherheit und Zukunftsängste bei den Mitarbeitern gesorgt. Angesichts dessen sei man mit der auch aufgrund des Wetters durchwachsenen Saison zufrieden. - dpa

Quelle: wa.de

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