Bestatter-Messe

Bestattungstrends sind Thema auf BEFA

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Ein Mitarbeiter einer Bestattungsfirma zeigt bei der Bestattermesse BEFA in Düsseldorf Särge aus fair gehandelten, leicht verrottenden Naturmaterialien.

DÜSSELDORF - Neue Trends für den letzten Weg: Bei der weltgrößten Bestatter-Messe BEFA geht es um neue Sargmodelle und natürliche Materialien für Sterbewäsche. Mit einer sparsamen Leichenwagenflotte und saubereren Krematorien hat die Branche den Umweltschutz für sich entdeckt. Aber auch Trauerarbeit am Handy ist ein Thema.

Totenhemden aus umweltfreundlichen Naturmaterialien, Urnen und Särge aus biologisch abbaubarem Kunststoff und sparsame Leichenwagen statt schwerer Nobelkarossen. Auch in der Bestattungsbranche ist Umweltbewusstsein Trumpf. Bei der weltgrößten Bestatterfachmesse BEFA zeigen rund 250 Aussteller vom Donnerstag (29. Mai) an in Düsseldorf neue Trends für den letzten Weg. Bis zum Samstag (31. Mai) werden rund 12.000 Fachbesucher erwartet.

Bundesweit rund 3800 Bestatter kümmern sich nach Angaben des zuständigen Branchenverbands BDB in Deutschland jährlich um schätzungsweise rund 860.000 Verstorbene. Den Gesamtumsatz der vorwiegend von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägten Branche bezifferte der Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB) auf schätzungsweise rund 3,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, berichtete Geschäftsführer Rolf Lichtner.

Auch angesichts eines hoher Kostendrucks könnten die Kunden weiter mit stabilen Preisen rechnen, sagte Lichtner. Bei den Friedhofsgebühren habe es in der Vergangenheit dagegen teilweise dramatische Preiserhöhungen von bis zu 100 Prozent gegeben.

Eine Bestattung kostet in Deutschland nach Angaben des Verbands schätzungsweise etwa 2800 Euro bis 3500 Euro. Hinzu kommen noch weitere Folgekosten etwa für die Grabpflege. Mit einem auf der Messe in Düsseldorf erstmals vorgestellten pflegeleichten Grabsystem will ein Maschinenbauunternehmen aus dem Westerwald ein neuartiges Angebot für Hinterbliebene machen.

Das aus Aluminiumprofilen hergestellte Grab "Ewig Nah" mit integriertem Wassertank ist mit einem über Sensoren gesteuerten Bewässerungssystem ausgestattet, berichtete der Firmeninhaber und Grab-Entwickler Guido Pusch. Die Anlage kann zudem mit LED-Grableuchten, einer Diebstahl-und Vandalismusmeldung sowie einer Grabfotokamera nachgerüstet werden. Per Handy sollen auch entfernt lebende Angehörige im Internet-Zeitalter ihre "persönliche Trauerarbeit" leisten können, verspricht das Unternehmen auf seiner Homepage.

Technische Neuerungen zur Luftreinhaltung versprechen dagegen die Hersteller von Krematorien. Bereits mehr als jeder zweite Verstorbene wird in Deutschland bereits in einem Krematorium verbrannt. Diese Tendenz sei weiter steigend, sagte Lichtner.

Neuartige Sarg- und Urnenmaterialen wie biologisch abbaubare Kunststoffe oder auch Filz oder Weidengeflechte sollen zudem für mehr Umweltfreundlichkeit sorgen. Auch bei der Bekleidung im Sarg sind viele Stoffe mittlerweile tabu. Naturstoffe wie Leinen oder Baumwolle seien gefragt, auch bei der traditionellen Sterbewäsche, berichtete der Verband.

Protz und Prunk seien auch beim Fahrzeugpark der Bestatter immer weniger gefragt, berichtete Lichtner. Statt der im Einzelfall einschließlich der notwendigen Umbauten bis zu 250 000 Euro teuren Nobelwagen würden zunehmend auch Familien-Vans als Leichenwagen genutzt. Bestimmte Grenzen bei der Auswahl von Bestatter-Dienstwagen gibt es aber trotzdem noch: "Niemand möchte, dass ein Lieferwagen vorfährt", sagte Lichtner. - dpa

Quelle: wa.de

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