Fundort liegt direkt am Friedhofsrand

Skelettfund in Ascheberg: Person offenbar vor Jahrzehnten bestattet

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Hier wurde das Skelett gefunden.

[Update 15.40 Uhr] Ascheberg - Einen überraschenden Fund machten Bauarbeiter am Mittwochabend gegen 18 Uhr in der Eschenbachstraße. Bei Verlegearbeiten für ein Glasfaserkabel entdeckten sie in der Baugrube ein menschliches Skelett. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gibt es nicht.

„Die Auffindesituation spricht für eine Bestattung vor Jahrzehnten“, sagte am Donnerstagmorgen Polizeihauptkommissar Rolf Werenbeck-Ueding, Pressesprecher der Polizei Coesfeld. Der Fundort liegt direkt an der Grenze des Friedhofs. Die Bergung der menschlichen Überreste durch die freiwillige Feuerwehr Ascheberg erwies sich als schwierig, weil das Skelett unter einem Stromkabel lag. Zwischen 21 und 22 Uhr musste deshalb in der Eschenbachstraße und einigen Nebenstraßen der Strom abgeschaltet werden. 

Erschwerend kam hinzu, dass die Knochenüberreste nur langsam freigelegt werden konnten, weil der Boden stark verdichtet ist. Fachbereichsleiter Klaus van Roje war für die Verwaltung vor Ort und schilderte den mühevollen Einsatz der Feuerwehrleute, der zudem noch bei hochsommerlichen Temperaturen absolviert werden musste. 

Die Polizei hat dieses Foto veröffentlicht.

Im Laufe der Jahrzehnte sei bei Verlegearbeiten für die Versorgungsleitungen der Boden wiederholt festgerüttelt worden. Der Fundort grenzt unmittelbar an den Grünstreifen, der die Eschenbachstraße vom Friedhof trennt. Inzwischen habe die Auswertung älterer Katasterkarten ergeben, dass der Bereich der Fundstelle früher einmal Teil des Friedhofs war, informierte die Polizei.

Die Straße sei 1979/80 neu verlegt worden, dabei sei der Friedhofsrand um sieben Meter zurückgesetzt worden, sagte van Roje. Nach Berichten von Zeitzeugen hätten seinerzeit auch Umbettungen stattgefunden. Die Beisetzung des Toten liege etwa 50 Jahre zurück, gab Klaus van Roje die Einschätzung des Bestatters wieder, der die bei dem Skelett gefundenen Sarggriffe zeitlich einordnete. 

In Soest wurde 2011 bei Arbeiten gleich ein ganzes Massengrab entdeckt:

Weil keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gefunden wurden und die Staatsanwaltschaft keine weiteren Anträge gestellt hat, ging die Zuständigkeit an das Ordnungsamt der Gemeinde Ascheberg über. 

Das Skelett wurde zunächst sichergestellt und inzwischen dem Bestatter übergeben. Jetzt soll es unweit der bisherigen Liegestätte in einem anonymen Bestattungsfeld auf dem Ascheberger Friedhof eine neue Ruhestätte finden. Man prüfe derzeit, ob eine vorhandene Freifläche in Frage komme, erklärte van Roje zu dem ungewöhnlichen Vorkommnis.

Quelle: wa.de

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