Bahr soll FDP in NRW zu neuer Stärke führen

Daniel Bahr

DÜSSELDORF ▪ Seine Wahl heute in Dortmund zum neuen FDP-Landesvorsitzenden gilt als sicher: Mit 34 Jahren ist Daniel Bahr, Senkrechtstarter der Liberalen, dann Chef des mit 17 500 Mitgliedern bundesweit größten und damit einflussreichsten FDP-Landesverbands und baut seine Hausmacht damit konsequent weiter aus. Schon bislang galt der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium als bestens in der Partei verdrahtet. Bereits mit 14 Jahren trat der gelernte Bankkaufmann und studierte Volkswirt in die FDP ein und hatte mit Parteichef Guido Westerwelle und dessen Erzrivalen Jürgen W. Möllemann zwei einflussreiche Förderer.

Der Wahlmünsteraner hat Biss: Kaum eine TV-Talkshow zur Gesundheitsreform, in der er sich nicht als leidenschaftlicher Verfechter der umstrittenen „Kopfpauschale“ einem breiten Publikum bekannt machte. Für Schlagzeilen sorgte Bahr außerdem, als er sich im Streit um die Gesundheitsreform mit der CSU anlegte und seinen bayerischen Gegenspieler als „Wildsau“ abstempelte. Dass er auch das Fach Taktik beherrscht, hatte der Marathon-Läufer zuvor während der schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen bewiesen.

Dass Bahr, über ein beachtliches Netzwerk in der FDP verfügt, hat ihm jetzt geholfen, seine Spitzenkandidatur unangefochten durchzusetzen. Gegen den Ex-Bundesvorsitzenden der Jungen Liberalen und den heutige FDP-Bezirksverbands-Chef Münsterland mochte am Ende niemand kandidieren. Selbst der in der Partei von vielen geschätzte Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff, der zunächst ebenfalls Interesse an der Pinkwart-Nachfolge hatte, warf seinen Hut gegen Bahr lieber nicht in den Ring. Stattdessen gelang es dem neuen starken Mann der FDP aus Münster jetzt sogar, seinen einzigen potenziellen Gegenkandidaten in seine Machtarchitektur einzubauen. Kaum hatte FDP-Landesschatzmeister Christoph Dammermann sein Amt zur Verfügung gestellt, schlug Bahr Graf Lambsdorff für den einflussreichen Vorstandsposten vor. „Das ist sein erstes Meisterstück“, schwärmte Christof Rasche, Chef des FDP-Bezirksverbands Westfalen-Süd. Er sei froh über Bahrs Kandidatur: Bahr besteche durch „Ehrlichkeit, klare Worte und sympathisches Auftreten“. Der Münsteraner sei ein großer Gewinn für den FDP-Landesverband.Von Detlef Burrichter

Quelle: wa.de

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