Folgen des Ausstands der Bahngewerkschaft EVG

Bahnstreik: Fern- und Regionalverkehr in NRW betroffen - Autobahnen rappelvoll

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[Update 13.15 Uhr] Dortmund/Essen - Wegen der Warnstreiks der Bahngewerkschaft EVG hat die Bahn am Montagmorgen gegen 6.30 Uhr zunächst den Fernverkehr bundesweit eingestellt. Und auch der Regionalverkehr in NRW ist gegen 8 Uhr komplett eingestellt worden. In der Folge kommt es zwangsläufig zu langen Staus auf den Autobahnen. Wir berichten aktuell.

Um 5 Uhr am Montagmorgen haben die Beschäftigten die Arbeit niedergelegt, auch Reisezentren in den Bahnhöfen werden bestreikt. Offiziell ist der Warnstreik seit 9 Uhr beendet, mit Auswirkungen dürfte aber noch für Stunden zu rechnen sein. 

Der Bahnverkehr laufe seit 9 Uhr nach und nach wieder an, schreibt die Bahn in einer Pressemitteilung, allerdings müsse noch während des gesamten Tages mit Einschränkungen im Fernverkehr gerechnet werden. Auch am Mittag listet die Bahn "Verzögerungen im Betriebsablauf" und "Streikauswirkungen" auf. 

Auch die Auswirkungen im Regionalverkehr, insbesondere in den stark betroffenen Regionen wie Bayern und Nordrhein-Westfalen könnten sich noch den ganzen Tag hinziehen. Hintergrund: Wegen der Streikaktivitäten konnten Züge in den Instandhaltungswerken nicht planmäßig gewartet werden, Züge und Personal seien in vielen Fällen nicht an den vorgesehenen Einsatzorten. 

"Besonders ärgerlich aus Sicht der DB: Durch den Warnstreik ist auch die durchgängige Information der Kunden in den Bahnhöfen nicht immer möglich. Vom Streik betroffen sind auch die Informationssysteme auf bahn.de/aktuell und im DB-Navigator."

Die DB hat für Kunden eine kostenfreie Sonderhotline geschaltet. Betroffene Fahrgäste erreichen sie unter 08000 99 66 33.

Der Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen stand seit kurz vor 8 Uhr komplett still. Es wurden mehr als zwei Dutzend Stellwerke bestreikt, nur in einigen Landesteilen gab es vereinzelt noch Zugverkehr, sagte NRW-Bahnsprecher Dirk Pohlmann am Morgen. 

Fährt mein Zug?

Am Bahnhof in Hamm war der gesamte Bahnverkehr eingestellt worden.

Eingeschränkt ist auch der Verkehr der Eurobahn. So fiel die RB59 (Hellwegbahn) zwischen Soest und Dortmund teilweise aus. Andere Linien fuhren mit einem eingeschränkten Platzangebot.

Abellio, Betreiber des nagelneuen Rhein-Ruhr-Express (RRX), konnte  mit dem neuen Zug an dessen erstem Betriebstag nur zwischen Warburg und Kassel verkehren, wie eine Sprecherin am Morgen sagte. Im Einsatz war wie geplant die Linie RB 40 von Essen nach Hagen und der RE16 zwischen Essen und Iserlohn. 

Fernverkehrstickets behalten Gültigkeit

Ein Bahn-Sprecher empfahl Reisenden dringend, ihre Reisen auf den Dienstag zu verschieben. 

Alle Tickets behielten ihre Gültigkeit, Zugbindungen seien aufgehoben - auch für den Dienstag. Fernverkehrstickets, die am Montag gültig sind, können bis einschließlich Sonntag genutzt werden.

Ein Schwerpunkt der Streiks lag nach Angaben der Bahn im Großraum Essen/Dortmund mit Auswirkungen auf ganz NRW und darüber hinaus. 

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Autobahnen in NRW sehr voll

Der Warnstreik sorgt auch auf den Autobahnen in NRW für Chaos. Fast 440 Kilometer Stau und stockenden Verkehr meldete das WDR-Verkehrsstudio am Montag um 8.30 Uhr. "Die klassischen Pendlerstrecken in Richtung der Großstädte sind jetzt besonders voll", sagte ein Sprecher von Straßen.NRW. 

Das kalte und nasse Wetter vergrößere zudem die Unfallgefahr. Am Morgen mussten Pendler auf mehreren Autobahnen mit einem Zeitverlust von bis zu einer Stunde rechnen. 

Auf der A3 in Richtung Köln zwischen dem Kreuz Oberhausen und dem Kreuz Ratingen-Ost stockte der Verkehr zeitweise auf einer Länge von 30 Kilometern. Betroffen war auch die A40 zwischen Bochum und Essen und die A4 Richtung Köln.

Auf der A2 Richtung Dortmund standen Autofahrer zwischen Veltheim und Kreuz Bad Oeynhausen sogar eineinhalb Stunden. Dort staute es sich auf acht Kilometern wegen eines Unfalls.

Das ist der Grund des Warnstreiks

Die Gewerkschaft will im Tarifkonflikt mit der Bahn ihre Forderungen durchsetzen. Am Samstag hatte die EVG die Verhandlungen für rund 160.000 Beschäftigte abgebrochen. Bei der Lohnerhöhung war der Konzern der Gewerkschaft aus deren Sicht nicht weit genug entgegengekommen. 

Der Bundesgeschäftsführer der EVG, Torsten Westphal, wertete die Aktion als Erfolg. "Die Wucht des Warnstreiks hat gezeigt, wie groß Unmut der Kolleginnen und Kollegen ist", wird er auf der Website der Gewerkschaft zitiert. „Die Beschäftigten halten unter schwierigsten Bedingungen den Bahnbetrieb tagtäglich aufrecht. Dafür haben sie vernünftige Beschäftigungsbedingungen und gute Bezahlung verdient.“

Die EVG bestätigte, dass der Arbeitgeber sie unmittelbar nach Ende des Warnstreiks aufgefordert habe, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die EVG prüfe, ihre Verhandlungsbegleitkommission für Dienstagnachmittag zusammenzuziehen.

Auf Twitter geht es unter dem Hashtag #Warnstreik seit dem Morgen heiß her - Pendler machen ihrem Ärger Luft, viele User verteidigen die Streikenden. - eB/dpa

Quelle: wa.de

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