Lüdenscheider fährt in Stauende

Nach Lkw-Brand auf der A 44 wieder ein Fahrstreifen frei

+
Die Feuerwehr hatte stundenlang mit der brennenden Lkw-Ladung zu kämpfen.

[Update, 17.58 Uhr] Erwitte/Anröchte - Drei Lkw sind auf der A 44 zwischen Erwitte/Anröchte und Geseke kollidiert. Der hinterste von ihnen geriet sofort in Brand, die Flammen griffen auf die beiden davor stehenden Fahrzeuge über. Seit dem späten Dienstagnachmittag ist ein Fahrstreifen wieder befahrbar.

Um 20.43 Uhr wurde der Notruf abgesetzt: Drei Lkw waren kurz zuvor auf der A 44 zwischen den Anschlussstellen Erwitte/Anröchte und Geseke miteinander kollidiert. Der hinterste von ihnen hatte nach Angaben des Spediteurs "zu 98 Prozent" Innenraumfarbe geladen. Den restlichen Stauraum nahmen Verdünnungsmittel in Anspruch - eine leicht entzündliche Mischung. 

Nach Erkenntnissen der Polizei hatte der Fahrer des Lkw, ein 37-jähriger Mann aus Lüdenscheid, ein Stauende übersehen und war ungebremst aufgefahren. Unmittelbar nach dem heftigen Zusammenstoß geriet sein Lkw in Brand. Die Fahrer der tonnenschweren Fahrzeuge wurden verletzt, der 37-Jährige musste stationär, der 49-jährige Fahrer eines weiteren Lkw aus Großalmerode ambulant in einem Krankenhaus behandelt werden.

Lkw nach schwerem Unfall auf A 44 in Vollbrand

Die Unfallbeteiligten hatten großes Glück im Unglück: Wären sie in ihren Lkw eingeklemmt worden, hätte der Unfall wohl weitaus schwerere Folgen gehabt - aus einem banalen Grund. 

"Mussten uns den Weg zur Unfallstelle erkämpfen"

Hinter der Unfallstelle bildeten die Verkehrsteilnehmer keine Rettungsgasse. "Die Anfahrt war extrem schwierig, wir mussten uns den Weg zur Unfallstelle Stück für Stück erkämpfen", kommentierte ein Feuerwehrmann und appellierte an die Vernunft der Fahrer: "So schwer kann das doch nicht sein!"

Nachdem sich die Einsatzkräfte ihren Weg zur Unfallstelle gebahnt hatten, standen sie gleich vor mehreren Herausforderungen: Die Ladung des brennenden Lkw flammte immer wieder auf. "Von Kanister zu Kanister", erklärte Einsatzleiter Rafael Schmidt. Nach ersten Löschangriffen mussten die beiden vorderen Lkw zunächst geborgen und vom Brand-Lkw entfernt werden, um den Flammen Herr werden zu können.

Einsatzstelle wird zum Problem

Ein weiteres Problem stellte die Einsatzstelle dar: Das Gemisch aus der Lkw-Ladung und den kontaminierten Löschmitteln lief von der Talbrücke in die Kanalisation. Die Erwitter Feuerwehr sorgte in Zusammenarbeit mit der Unteren Wasserbehörde unter anderem mit einer eingerichteten Ölsperre dafür, dass keine Schadstoffe in die Umwelt gelangten.

Währenddessen kümmerte sich die Polizei darum, den kilometerlangen Stau in Fahrtrichtung Kassel aufzulösen. Gegen 23 Uhr konnten die ersten Fahrzeuge durch die mittlerweile gebildete Rettungsgasse in entgegengesetzte Fahrtrichtung von der Autobahn geleitet werden.

Sperrungen bis Dienstagnachmittag

Wegen der starken Rauchentwicklung sperrte die Autobahnpolizei zwischenzeitlich beide Richtungsfahrbahnen. Erst gegen 1.45 Uhr in der Nacht wurde die Fahrtrichtung Dortmund wieder freigegeben. Der Verkehr wurde abgeleitet bzw. zurückgeführt. Die Statik der Autobahnbrücke musste am Dienstag durch einen Sachverständigen überprüft werden. Der Landesbetrieb Straßen.NRW konnte halbwegs Entwarnung geben: "Das Bauwerk ist in Ordnung. Wir müssen jetzt schauen, was mit der Fahrbahndecke ist", sagte ein Sprecher am Dienstagmorgen. Wann die Fahrtrichtung Kassel freigegeben werden kann, war unklar. "Wir hoffen, dass so schnell wie möglich aufgemacht werden kann", sagte ein Sprecher der Polizei.

Lkw-Brand auf der A44: Aufräumarbeiten

Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 1,5 Millionen Euro. - eB/dpa

Zur aktuellen Verkehrslage

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare