Atomkraftgegner blockieren Kanal in Münster

MÜNSTER - Atomkraftgegner kritisieren den Transport von radioaktivem Material auf deutschen Wasserstraßen. Mehrere Stunden lang blockierten zwei Aktivisten am Montagabend den Dortmund-Ems-Kanal in Münster, indem sie sich von einer Brücke abseilten.

Sie demonstrierten damit gegen einen Transport von Teilen aus dem abgeschalteten Atomkraftwerk in Obrigheim. Ein Schiff mit Dampferzeugern aus dem Kraftwerk musste kurz vor der Brücke anlegen und konnte zeitweilig nicht weiterfahren.

"Mit unserer Aktion wollen wir ein Zeichen gegen diesen geheimen, gefährlichen Atommülltourismus durch Deutschland und Polen setzen", erklärte ein Robin Wood-Aktivist am Dienstag in einer Mitteilung. Das Material aus Obrigheim werde zu einem Atommüllzwischenlager nahe dem polnischen Lubmin verschifft. "Dass Atomkraftwerke zurückgebaut werden, finden wir grundsätzlich richtig. Wie in diesem Zusammenhang mit dem Müll umgegangen wird, ist aber fahrlässig und kriminell."

Die Aktivisten hatten sich von der Brücke abgeseilt und wenige Meter über dem Wasser in Tragevorrichtungen gesetzt. Nach mehreren Stunden beendete ein Spezialeinsatzkommando der Polizei die Aktion. Der Kanal wurde wieder freigegeben. Gegen die Aktivisten wird wegen des versuchten gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr ermittelt. - lnw

Quelle: wa.de

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