Ausbau der NRW-Einrichtungen geplant

Asylbewerberzahl steigt - Einrichtungen überbelegt

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DÜSSELDORF - Die Zahl der Asylbewerber ist in Nordrhein-Westfalen stark gestiegen und wird Prognosen zufolge auch in den nächsten Monaten weiter wachsen. Das geht aus einem Bericht des Düsseldorfer Innenministeriums an den Fachausschuss des Landtags hervor.

Allein im August nahm NRW demnach über 3500 Erstantragsteller auf und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahresmonat (1858). Im laufenden Jahr nahm NRW bis August bereits über 22 500 Flüchtlinge auf und liegt damit schon nahe an der Gesamtzahl des Vorjahres (23 719). 2012 hatte die Zahl der Erstanträge erst bei rund 15 000 gelegen.

Angespannte Situation in Aufnahmestellen

Entsprechend angespannt ist die Situation in den Aufnahmestellen des Landes. Auf 4835 regulären Plätzen sind derzeit 5038 Personen untergebracht. Diese strukturelle Überbelegung könne nicht unbegrenzt ausgedehnt werden, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums. Es werde aber weiter alles versucht, um Obdachlosigkeit der Flüchtlinge vermeiden.

Bis Novemver soll Zahl der Plätze auf 6000 steigen

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre wurde die Zahl der Plätze in NRW bereits verdreifacht. Bis November ist ein weiterer Ausbau der Kapazitäten auf insgesamt fast 6800 Plätze vorgesehen.

Derzeit werden die Flüchtlinge in Landeseinrichtungen in 14 Gemeinden untergebracht - in der Diskussion sind fünf weitere Standorte. Auf einem Gelände für Polizeiausbildung in Schloß Holte-Stukenbrock werden bereits bis zu 300 Ausweichunterkünfte genutzt.

Bis zu 18 000 Erstantragsteller in den nächsten Monaten

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gehe für die nächsten Monate von bis zu 18 000 Erstantragstellern bundesweit aus, heißt es im Bericht an den Innenausschuss. Auf NRW entfielen dann bis zu 3800 Personen monatlich. Hochgerechnet auf die nächsten zwölf Monate seien für NRW bis zu 45 000 Asylbewerber zu veranschlagen.

Zeltstadt in Duisburg bisher nicht genutzt

Die Landesregierung will durch den Ausbau der regulären Aufnahmekapazitäten verhindern, dass Flüchtlingen extreme Ausweichplätze zugemutet werden müssen. Die Stadt Duisburg hatte bereits vorsorglich eine - vom Flüchtlingsrat als unzumutbar eingestufte - Zeltstadt eingerichtet, die bislang aber nicht genutzt werden musste. Die Stadt Essen weicht auf ehemalige Schulen aus und hat ein Hotel angemietet. Wohncontainer sind in Planung. - dpa

Quelle: wa.de

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