Armutsgefahr: Anstieg in NRW

WIESBADEN - Die Gefahr, zu verarmen, ist in den neuen Bundesländern und Berlin am größten. Dort waren 2011 im Schnitt 19,5 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet, während das Armutsrisiko auf dem alten Bundesgebiet bei 14 Prozent lag. Das berichtete das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden.

Nordrhein-Westfalen hat mit 16,6 Prozent die zweithöchste Armutsgefährdungsquote der alten Bundesländer nach Bremen (22,3 Prozent) und liegt bundesweit direkt hinter Thüringen (16,7 Prozent) und Brandenburg (16,9 Prozent).

"Die Armutsgefährdung der Menschen lag im Jahr 2011 in den meisten Bundesländern über dem Niveau des Jahres 2010", berichten die Statistiker. Nordrhein-Westfalen verzeichnet dabei mit 1,2 Prozentpunkten zusammen mit Bremen bundesweit den vierthöchsten Anstieg: Waren 2010 noch 15,4 Prozent der NRW-Einwohner armutsgefährdet, traf dies 2011 bereits für 16,6 Prozent zu. In Berlin ist die Armutsgefährdung 2011 am stärksten gestiegen (1,9 Prozentpunkte).

Laut einer EU-Definition gelten Menschen als armutsgefährdet, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen. Das waren laut Mikrozensus in Deutschland 2011 Einpersonen-Haushalte mit weniger als 848 Euro.

Die NRW-spezifische Armutsgefährdungsschwelle wurde 2011 bei 833 Euro Durchschnittseinkommen pro Monat angesetzt. Demnach war jeder sechste Einwohner Nordrhein-Westfalens von relativer Einkommensarmut betroffen, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag mitteilte. Der Anteil der Menschen in NRW, die 2011 Mindestsicherungsleistungen erhalten haben, war mit 10,3 Prozent niedriger als im Vorjahr (10,6 Prozent). Dabei handelt es sich zum größten Teil (85 Prozent) um Hartz IV-Empfänger. - dpa

Quelle: wa.de

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