Arbeitgeber verklagt, weil Hündin nicht mit ins Büro durfte

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Die dreibeinige Hündin "Kaya" liegt vor einem Saal des Arbeitsgerichts in Düsseldorf.

[UPDATE 16.15 Uhr] DÜSSELDORF - Darf der Hund mit ins Büro oder nicht? Weil ihre dreibeinige Mischlingshündin Hausverbot bekommen hat, zieht eine Angestellte in Düsseldorf vors Arbeitsgericht. Am Mittwoch musste der Hund mit zur Verhandlung. Dort zeigte sich "Kaya" friedlich und entspannt.

Ein dreibeiniger Hund spielt die Hauptrolle in einem Prozess vor dem Arbeitsgericht in Düsseldorf. Die Assistentin der Geschäftsführung einer Werbeagentur hat ihren Arbeitgeber verklagt, weil ihre Hündin "Kaya" Hausverbot bekommen hat. Zuvor habe der Husky-Mischling drei Jahre lang mit ins Büro gedurft, berichtete Klägerin Claudia van de Wauw (46) im Gerichtsflur vor Verhandlungsbeginn, neben sich den Hund an der Leine. Auch Kollegen brächten ihre Vierbeiner mit zur Arbeit (Az.: 8 Ca 7883/12).

Als Grund für die Verbannung gab der Arbeitgeber gefährliches soziales und territoriales Verhalten des Tieres an. Der von der Tierhilfe aus Russland geholte Hund sei zutiefst traumatisiert und von ihm gehe auch eine Geruchsbelästigung aus.

Am Mittwoch hatte das Gericht das Erscheinen des Hundes angeordnet. "Kaya" ließ den ganzen Rummel ungerührt und freundlich über sich ergehen. Eine befreundete Hundebesitzerin war unter den Zuschauern. "Mit meinem Terrier versteht er sich sowas von gut", erzählte sie, "ich hab' die "Kaya" noch nie aggressiv gesehen". Der Hund mit dem wuscheligen Fell humpelte auf drei Beinen in Saal 004 und gab keinen Laut von sich.

Ein Geschäftsführer der Werbeagentur schilderte dem Gericht jedoch, drei Jahre habe man versucht, mit der Mitarbeiterin eine Lösung zu finden. Wann immer jemand in das Büro gehe, richte sich der dreibeinige Hund auf und knurre oder belle. Die Mitarbeiterin sitze an der zentralen Schnittstelle zur Geschäftsführung. Die Personalchefin soll sogar in den Aufzug geflüchtet sein, weil sie sich bedroht gefühlt habe. Andere Mitarbeiter hätten Ähnliches erlebt.

Eine gute Stunde verhandelte Richterin Sabine Dauch. Das Gericht regte eine Mediation an und brachte sogar den Einsatz eines Hundepsychologen ins Spiel. "Wahre Wunderdinge" vollbrächten die ja scheinbar im Fernsehen. Die Werbeagentur benannte weitere Zeugen. Die Klägerin, die seit Monaten krankgeschrieben ist, hat bis Mitte Mai Zeit, Stellung zu nehmen. Nächster Gerichtstermin ist der 12. Juni. - dpa

Quelle: wa.de

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