Keine 5. Tarifrunde im Einzelhandel - Zeichen auf Sturm

Symbolbild

DÜSSELDORF - Im seit Monaten schwelenden Tarifkonflikt im nordrhein-westfälischen Einzelhandel stehen die Zeichen auf Sturm. Die NRW-Arbeitgeber erschienen am Freitag nicht zur fünften Tarifrunde und ließen die Gespräche platzen.

Als Grund nannten sie die massiven Streiks am Verhandlungstag. Bei der Gewerkschaft sorgte das Fernbleiben für Empörung. Verdi-Verhandlungsführerin Silke Zimmer warnte: "Mit diesem Verhalten provozieren die Arbeitgeber nur eines - nämlich eine weitere Verschärfung und Eskalation der Streiks."

Die Arbeitgeber begründeten ihre plötzliche Absage mit den massiven Streiks ausgerechnet am Verhandlungstag. Nach Angaben der Gewerkschaft war es in 47 Betrieben zu Arbeitskampfmaßnahmen gekommen. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Ulrich Köster, betonte, die Verhandlungskommission der Arbeitgeber bestehe im wesentlichen aus den Personalleitern der Unternehmen. Diese würden aber "an Streiktagen in den Betrieben gebraucht und können dann nicht am Verhandlungstisch sitzen". Dies habe man den Gewerkschaften auch schon bei früheren Treffen deutlich gesagt.

Der Tarifkonflikt schwelt begleitet von zahlreichen Warnstreiks seit Mai. Verdi fordert für 462 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie 231 000 geringfügig Beschäftigte der Branche 6,5 Prozent mehr Geld. Zudem soll der Manteltarifvertrag ohne Abstriche wieder in Kraft gesetzt werden. Die Arbeitgeber boten Anhebungen in zwei Stufen von 2,5 Prozent in diesem und 1,5 Prozent im nächsten Jahr an. Sie verknüpfen ihr Angebot aber mit Forderungen. Unter anderem wollen sie flexiblere Arbeitszeitregelungen durchsetzen. Mehrere Handelsriesen zahlen im Vorgriff nun 2,5 Prozent mehr. Näher sind sich Arbeitgeber und Verdi bislang nicht gekommen. - lnw

Quelle: wa.de

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