Apothekerkammern fürchten Aus für 2000 PTA-Ausbildungsplätze in NRW

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Streit um Apothekenhelferinnen: Die rot-grüne Landesregierung zieht sich aus der Finanzierung ihrer Ausbildungsplätze zurück. Die Kammern warnen vor einem Ausbildungskollaps.

DÜSSELDORF/MÜNSTER - Die Apothekerkammern sehen 2000 Ausbildungsplätze für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) in Nordrhein-Westfalen gefährdet. Schuld sei die rot-grüne Landesregierung, kritisierten die Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe am Dienstag in einer Mitteilung.

Rot-Grün habe entschieden, sich aus der Finanzierung zurückzuziehen. Damit riskiere die Regierung einen "Kollaps" in der PTA-Ausbildung und das Aus für 16 Lehranstalten in NRW.

Aufgrund der angespannten Haushaltslage könne das Land seine finanzielle Beteiligung an den Gesamtkosten der Ausbildung nicht mehr gewährleisten, bestätigte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Christoph Meinerz, auf dpa-Anfrage. Darüber werde aber bereits seit Jahren mit den Verantwortlichen gesprochen.

Seinen Angaben zufolge beteiligt sich das Land bislang mit 25 Prozent oder maximal 73 Euro an jedem Ausbildungsplatz in einer PTA-Lehranstalt. "Eine vergleichbare Landesförderung der Ausbildung wird für keinen anderen Gesundheitsfachberuf - Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie oder Hebammen - gewährt", erläuterte Meinerz.

Dem hielten die Apothekerkammern entgegen: "Wir erwarten von der Landesregierung, die die Studiengebühren abgeschafft hat, dass sie sich auch für andere berufliche Ausbildungswege einsetzt." Die ersten Schulen in Hagen und Minden hätten bereits ihre Schließung bekanntgeben müssen.

Das Gesundheitsministerium sieht das anders: Die notwendige Konsolidierung des Haushalts zwinge die Landesregierung, schrittweise aus der Förderung auszusteigen. "Alle aktuell laufenden Kurse werden noch bis zu deren Ende finanziert. Die im Jahr 2013 neu beginnenden Kurse erhalten keine Förderung mehr."

Mit einer Änderung des Heilberufsgesetzes wolle die Landesregierung die rechtliche Grundlage dafür schaffen, dass sich die Apothekerkammern stärker als bisher an der Finanzierung der PTA-Ausbildung beteiligen können.

"Es wird jedoch keine Finanzierungsverpflichtung geschaffen", betonte Meinerz. "Letztlich obliegt es der Entscheidung der Kammern, inwieweit sie ihre Mitfinanzierung ausbauen oder die PTA-Schulen alternativ bei der Erschließung anderer Finanzierungsmöglichkeiten unterstützen." Würden die Apotheken den Gesamtbetrag der bisherigen Landesförderung übernehmen, ergäbe sich rechnerisch pro Apotheke eine maximale jährliche Zusatzbelastung von rund 290 Euro.-dpa/lnw

Quelle: wa.de

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