Anwohner klagt vor Verwaltungsgericht erfolgreich gegen Windräder

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In Nordrhein-Westfalen produzieren derzeit rund 2800 Windkraftanlagen Strom – wenn der Wind weht.

MÜNSTER - Der Lärm der Windräder brachte ihn um den Schlaf und störte bei Grillabenden auf der Terrasse: Vor Gericht hat ein Hausbesitzer aus Warendorf sich jetzt erfolgreich gegen den Nachtbetrieb einer Windanlage nahe seinem Grundstück gewehrt.

Die Klage vor dem Verwaltungsgericht Münster hatte sich gegen zwei von sieben neuen Anlagen in seiner Nachbarschaft gerichtet. Sie waren 2007 von der Bezirksregierung genehmigt worden – zu Unrecht, wie der Kläger argumentierte.

Denn bei der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung sei der Lärm von zwei älteren Windkraftanlagen nicht korrekt berücksichtigt worden, die sich schon in der Nähe des Hauses befanden. Durch den zusätzlichen Krach der beiden neuen Anlagen würden die zulässigen Grenzwerte überschritten. Zur Verhandlung am Freitag kam auch der Betreiber der Windparks aus Warendorf: Er sieht die Verantwortung für den Lärm bei dem Betreiber der alten Anlagen.

Nach hitziger Debatte im Saal hob das Gericht die Genehmigung der Bezirksregierung am Freitag schließlich teilweise auf. Eine der beiden strittigen Anlagen darf nun zwischen 22 und 6 Uhr nicht mehr laufen. „So ist die Zusatzbelastung deutlich geringer“, erklärte der Richter. Berufung sei nicht zugelassen, sagte ein Gerichtssprecher.

In Nordrhein-Westfalen produzieren derzeit nach Angaben des Umweltministeriums rund 2800 Windkraftanlagen fast die Hälfte des zwischen Rhein und Weser regenerativ erzeugten Stroms. Der Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung in NRW soll bis 2020 von jetzt 3 auf 15 Prozent steigen. Ein im Juli in Kraft getretener Erlass der rot-grünen Landesregierung ermöglicht Vorrangzonen für Windkraftanlagen in der Regionalplanung und öffnet auch Waldbereiche begrenzt für Windräder.

Höhenbegrenzungen werden nur noch in Einzelfällen zugelassen. Dies soll auch den Austausch alter durch effektivere Anlagen erleichtern. In den vergangenen Jahren hatten sich vor allem im Münsterland zahlreiche Bürgerinitiativen gegen die „Verspargelung der Landschaft“ gebildet. J dpa

Aktenzeichen.: 10 K 1405/10

Quelle: wa.de

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