Auschwitz-Prozess: 93-Jähriger nicht verhandlungsfähig

Detmold - Ein wegen Beihilfe zum Mord im Vernichtungslager Auschwitz angeklagter Mann aus Lippe ist nach Ansicht seines Verteidigers nicht verhandlungsfähig. Der Anwalt habe beantragt, das Hauptverfahren gegen den 93-Jährigen nicht zu eröffnen.

Das teilte das Landgericht Detmold am Dienstag mit. Die zuständige Schwurgerichtskammer werde die Einwände des Rechtsanwalts prüfen.

Der Rentner ist wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen von Januar 1943 bis Juni 1944 angeklagt. Nach früheren Angaben des Leiters der NRW-Zentralstelle für die Bearbeitung von NS-Massenverbrechen, Oberstaatsanwalt Andreas Brendel, hat der Ostwestfale eingeräumt, ab Anfang 1942 als SS-Angehöriger im Konzentrationslager Auschwitz eingesetzt worden zu sein. Eine konkrete Beteiligung an Tötungen habe der Mann aber bestritten.

Wann das Gericht darüber entscheidet, ob dem Rentner der Prozess gemacht wird, ist offen. In Lüneburg muss sich derzeit ein ebenfalls 93 Jahre alter Angeklagter wegen Beihilfe zum Mord in Auschwitz vor Gericht verantworten. - dpa

Quelle: wa.de

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