Übung von Polizei und Bundeswehr

Ernstfall geprobt: Mehrere Terroranschläge zur gleichen Zeit in NRW

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NRW-Innenminister Ralf Jäger.

Düsseldorf - In Düsseldorf und anderen deutschen Großstädten gibt es gleichzeitig Terroranschläge. So lautet das Szenario für eine Anti-Terror-Übung von Bundeswehr und Polizei. "Nicht unbedingt wahrscheinlich", meint Innenminister Jäger. "Aber wir müssen es üben."

Die Lagebeschreibung ist dramatisch: Am Düsseldorfer Flughafen hat es einen Sprengstoffanschlag mit Toten und Schwerverletzten gegeben, das Gebäude ist beschädigt, der Flugbetrieb eingestellt. 

An einem Teil des Airports haben Terroristen Sprengfallen installiert. Die Terrorattacke ist Teil einer Anschlagsserie in Deutschland - und Gegenstand einer Großübung in sechs Bundesländern, die am Dienstag auch in NRW begann. 

Auf dem Flughafen und den Straßen in Düsseldorf ist von der Übung aber nichts mitzubekommen. Geprobt wird die Kommunikation zwischen den Sicherheitsbehörden und der Bundeswehr. Im Krisenzentrum des NRW-Innenministeriums sitzen deshalb rund 110 Fachleute zusammen.

"Da müssen viele Räder ineinander verzahnt funktionieren", beschrieb NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Aufgabe. Eine solche Anschlagsserie sei "nicht unbedingt wahrscheinlich", sagte Jäger. "Aber wir müssen es üben." 

Um sich dem Terror entgegenstellen zu können, müsse der Staat "auf solche Attentatsformen vorbereitet sein". Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte in Berlin, die Übung sei "sehr wichtig, damit alle für einen Fall lernen, der hoffentlich nie eintritt". 

Meldewege müssten funktionieren, die Stäbe müssten bei ihrem Handeln voneinander wissen. Das Übungsszenario geht von einer Anschlagsserie wie in der indischen Finanzmetropole Mumbai aus. Dort hatten im November 2008 zehn Terroristen das Hotel Taj Mahal, ein jüdisches Zentrum und einen Bahnhof angegriffen. 

Die Anschläge und Kämpfe, die drei Tage dauerten, forderten mindestens 166 Todesopfer und Hunderte Verletzte. Ein Bestandteil der Übung ist die Zusammenarbeit von Landes- und Bundespolizei mit der Bundeswehr. 

Für die Entschärfung von Sprengfallen werde beispielsweise die militärische Expertise der Bundeswehr benötigt, sagte Jäger. Insgesamt sind an der Übung 360 Soldaten beteiligt. 

Das Grundgesetz erlaubt den Einsatz der Bundeswehr im Inneren nur in Ausnahmefällen - unter Führung der Polizei, wie Jäger sagte: "Genau diese Schnittstelle üben wir." Änderungen im Grundgesetz seien nicht erforderlich.

dpa

Quelle: wa.de

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