"Beweislage eindeutig" / Festnahme in Menden noch am Montagabend

Interner Streit: Frau der Zeugen Jehovas (34) räumt Brandanschlag ein

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Links neben dem Eingang wurde ebenso Feuer gelegt wie an acht Stellen der linken Gebäudeseite.

[Update 12.17 Uhr] Menden - "Dieser Bereich wird videoüberwacht!" Weder das Hinweisschild am Gebäude des Königreichssaal der Zeugen Jehovas noch die Kamera selbst oder die benachbarte Wohnbebauung haben am Montagabend gegen 19 Uhr eine 34-jährige Frau - selbst Gemeindemitglied der Zeugen Jehovas - davon abgehalten, mehr oder weniger amateurhaft neun Brandsätze aus Grillanzündern anzustecken. Die mutmaßliche Täterin wurde noch am Montagabend festgenommen.

Der Staatsschutz Hagen, der zunächst eingeschaltet worden war, ermittelt in der Sache nicht weiter. Es liege kein solches Delikt vor, hieß es am Dienstagmittag aus der Pressestelle der Hagener Polizei.

Verantwortlich seien jetzt die Staatsanwaltschaft Arnsberg und die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis, hieß es. 

Brandanschlag auf Zeugen Jehovas in Menden - Pulver kein Gefahrstoff

Staatsanwalt Thomas Schmelzer sagte im Gespräch mit unserer Redaktion: "Es handelt sich nicht um eine religiös oder politisch motivierte Tat. Die 34-jährige Frau aus Menden hat in Folge von Streitereien Grillanzünder am Gebäude verteilt und angezündet. Die Beweislage ist eindeutig, sie hat die Tat auch eingeräumt. Die konkrete Motivlage ist noch unklar, wir ermitteln weiter. Weitere Angaben hat die Frau nicht gemacht."

Mit einem Großaufgebot war die Feuerwehr Menden am Montagabend ausgerückt, zwischen 80 und 100 Einsatzkräfte waren zwischenzeitlich am Einsatzort Grüner Weg auf halber Strecke zwischen dem Stadtteil Platte Heide und dem Zentrum. 

Hinzu kamen drei Stunden später fast 20 ABC-Spezialisten aus Dortmund - ein immenser Aufwand samt Teilsperrung der L680. 

Wer am Dienstagmorgen den nicht abgesperrten Brandort in Augenschein nimmt, der sieht: Links neben dem Eingang zum Gemeindehaus der Zeugen Jehovas zeugt Ruß am Sockel und an den roten Klinkersteinen davon, dass es hier gebrannt hat. 

Dieses Schild und die benachbarte Wohnbebauung schreckten die Täterin nicht davon ab, an neun Stellen Feuer zu legen.

Links um die Ecke wurde exakt an acht Stellen ebenfalls Feuer gelegt - sechs Mal im Abstand von vielleicht einem Meter, danach folgen noch zwei weitere Stellen. Bis zum Gashaupthahn sind es indes noch mehrere Meter Abstand.

Auch hier Ruß an der Wand - der Sachschaden am Gebäude dürfte jedoch nur gering sein, die Feuerwehr hatte schnell die Flammen erstickt. Fest steht aber auch: Mitten im Wohngebiet hätte das Feuer verheerende Auswirkungen haben können...

Die Frau, die an den insgesamt neun Stellen das Feuer entfacht haben soll, kam offensichtlich mit dem Fahrrad. An diesem fanden Ermittler ebenfalls noch zerbröselte Grillanzünder wie am Tatort. 

Kurz hinter der Kreuzung Grüner Weg/Goerdelerstraße geht es links hinauf zum Königreichssaal der Zeugen Jehovas Menden.

Kurios bis naiv: Es war längst nicht dunkel. Die Frau musste mitten im Wohngebiet damit rechnen, gesehen zu werden. Denn an jener Seite, wo sie acht Mal Feuer legte, stehen nebeneinander drei Mehrfamilienhäuser. Die Haustüren und viele Fenster liegen vis à vis zum Königreichssaal. Aus der Gemeinde heraus waren Hinweise auf die 34-Jährige gemacht worden.

An acht Stellen der Gebäudeseite wurde Feuer gelegt.

Weitere Ermittlungen müssen jetzt zeigen, ob die Frau auch für Schmierereien verantwortlich ist, die vor Wochen mit weißer Farbe am Gebäude der Zeugen Jehovas hinterlassen wurden.

Bei dem weißen Pulver, das im Eingangsbereich gefunden worden war, handelte es sich ebenfalls um zerbröselten Grillanzünder, der aber von der 34-Jährigen nicht angezündet worden war.

Quelle: wa.de

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