Anschläge auf türkische Ziele - Polizei verdächtigt PKK-Umfeld

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Ein Mitarbeiter der Hausverwaltung beseitigt neben dem Eingang der Redaktion der tuerkischsprachigen Tageszeitung "Zaman" in Köln-Ehrenfeld die Spuren eines Brandanschlags.

KÖLN/BONN - Brandanschläge auf türkische Ziele in Köln und Bonn: Die Polizei sucht die Verantwortlichen im Umfeld der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Taten wurden am Jahrestag der Festnahme von PKK-Chef Öcalan begangen.

Am 13. Jahrestag der Festnahme von PKK-Chef Abdullah Öcalan sind am Mittwochabend in Köln und Bonn Anschläge auf türkische Ziele verübt worden. "Wir gehen davon aus, dass da dieser unmittelbare Zusammenhang ist", sagte am Donnerstag ein Polizeisprecher in Köln. Ähnliche Aktionen habe es an dem Jahrestag auch in den Vorjahren immer wieder gegeben. Verletzt wurde bei den Anschlägen niemand, der Schaden blieb gering. In Köln nahm die Polizei zwei Männer aus dem Umfeld der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK fest.

Sie werden verdächtigt, einen Anschlag auf die Kölner Büroräume der türkischen Zeitung "Zaman" verübt zu haben. Die islamisch-konservative Zeitung berichtet von dort aus über Deutschland. Ganz in der Nähe entsteht zur Zeit die neue Moschee und Zentrale der türkisch-islamischen Organisation Ditib. Den Angaben zufolge schlugen die Täter zunächst die Glasfront ein und warfen dann einen Brandsatz in den Eingangsbereich. Das Feuer griff jedoch nicht auf das Büro über, so dass die Feuerwehr nur den Brandsatz selbst löschen musste. Ganz in der Nähe nahm die Polizei die beiden Verdächtigen im Alter von 17 und 22 Jahren fest.

Etwa zehn Minuten zuvor hatten Unbekannte in einem anderen Stadtteil von Köln auf der anderen Rheinseite die Fensterscheibe eines türkischen Cafés mit Pflastersteinen eingeworfen. Die vermummten Täter riefen dabei nach Zeugenaussagen Parolen zur Freilassung Öcalans und trugen T-Shirts mit der Aufschrift "Kurdistan".

In Bonn schleuderten Unbekannte ebenfalls am Mittwochabend zwei Brandsätze auf das Gebäude eines Deutsch-Türkischen Kulturvereins. Einer der beiden Brandsätze durchschlug eine Scheibe, der andere glitt an der Hauswand ab. Auch hier blieb der Sachschaden gering. Der Zeitpunkt der Tat und die Auswahl des Ziels deuteten auf einen Zusammenhang mit dem Jahrestag der Öcalan-Festnahme, sagte ein Polizeisprecher. Sowohl in Köln als auch in Bonn nahm der Staatsschutz die Ermittlungen auf.

Öcalan war am 15. Februar 1999 in Kenia vom türkischen Geheimdienst aufgegriffen und in die Türkei gebracht worden. Viereinhalb Monate nach der Festnahme wurde er zunächst zum Tode verurteilt. Die Todesstrafe wurde später auf internationalen Druck hin in lebenslange Haft umgewandelt. - lnw

Quelle: wa.de

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