Betroffene aus der Region

Sex-Täter wieder vor Gericht! So setzte er seine Opfer unter Druck

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Lippstadt/Hamm/Meinerzhagen/Soest - Ein junger Mann aus Lippstadt soll in mehr als 50 Fällen Mädchen über soziale Netzwerke unter Druck gesetzt und sie zu sexuellen Handlungen genötigt haben. Dafür muss er sich ab Mai vor dem Landgericht Paderborn verantworten – bereits zum dritten Mal.

Die Opfer des bundesweit aktiven Mannes kommen unter anderem aus Hamm, Lippstadt und Meinerzhagen, aber auch aus anderen Orten Deutschlands.

Die große Jugendkammer des Landgerichts hat bereits zwei Mal ein Urteil über den Lippstädter gefällt: Eine im Herbst 2016 verhängte Bewährungsstrafe blieb ohne Wirkung, im August 2017 gab es für ihn zwei Jahre und zehn Monate Haft

In 53 Fällen wirft ihm die Staatsanwaltschaft Paderborn vor, die gemeinsam mit der Kripo Soest umfangreich ermittelt hat, Opfer zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben – in ganz Deutschland. 

Kontakt über soziale Medien und Dating-Apps

Es geht dabei um genau die gleiche Masche wie zuvor – die Anklagen sind das Ergebnis weiterer Ermittlungen im Zuge des vorhergehenden Verfahrens. Der damals 20-Jährige soll über soziale Netzwerke wie Facebook und WhatsApp beziehungsweise Dating-Apps Kontakte zu Mädchen geknüpft haben, um diese nach einiger Zeit psychisch massiv unter Druck zu setzen.

Sein Ziel: Die Opfer zu sexuellen Handlungen an sich selbst zu zwingen und ihn per Handykamera zusehen zu lassen – oder noch mehr. In einem der abgeurteilten Fälle erzwang er von einer 16-Jährigen aus Münster Sex, indem er ihr drohte, ihrem Bekanntenkreis Nacktfotos und Sexvideos von ihr aufs Handy zu schicken. 

Mehrmals Sex erpresst

Beim letzten Prozess zeigte die Beweisaufnahme vor Gericht plastisch, wie skrupellos der Lippstädter dabei vorging: Ein Chatprotokoll auf seinem Handy verdeutlichte den ständigen Druck und die verbale Manipulation die das Opfer dazu nötigten, Videos von sich aufzuzeichnen und ihm zu schicken. 

Die sexuellen Handlungen in diese Videos nutzte der 20-Jährige dann als Druckmittel, von dem Mädchen mehrmals Sex zu erpressen. Aus Sicht eines psychiatrischen Gutachters ist der 20-Jährige zwar nicht krank, könnte aber unter einer „dissozialen Persönlichkeitsstörung“ leiden, die in eine „perverse sexuelle“ Richtung geht.

Opfer kommen aus ganz Deutschland

Das Landgericht Paderborn hat den Beginn des neuen Prozesses auf Mai dieses Jahres terminiert. Es könnte allein schon wegen der Zeuginnen ein aufwändiges Verfahren werden: Die Opfer kommen nicht nur aus mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, sondern zum Beispiel auch aus Seevetal bei Hamburg, Norderney und Ludwigshafen. 

Aus Gründen des Opferschutzes machte die Staatsanwaltschaft keine näheren Angaben, bestätigte jedoch, dass unter den Geschädigten auch Mädchen aus Hamm, Lippstadt, Meinerzhagen und Gütersloh sind.

- Von Ulrich Pfaff

Quelle: wa.de

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