Messerangriff vor Moschee - Viereinhalb Jahre Haft für Moslem

BONN - Nach einem Messerangriff vor einer Moschee in Königswinter ist am Donnerstag ein 32-jähriger Moslem zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Bonner Schwurgericht verurteilte den türkischen Angeklagten wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.

Der Moslem mit radikal-islamistischen Tendenzen hatte vor einem Jahr einen 20-jährigen Kurden nach einem politischen Streit mit einem Messer angegriffen und in der Schulter verletzt. Das Opfer habe ihn und seine Familie mit Worten beleidigt und ihn damit in seiner Ehre schwer verletzt, rechtfertigte der Angeklagte die Tat. Noch zum Prozessende hatte er erklärt, dass er nichts bereue.

In dem Fall war zunächst nur wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt worden. Dann aber hatte sich der Angeklagte selbst auf die Anklagebank wegen Totschlags gebracht, als er bei einer Nachvernehmung erklärte: Wenn er gekonnt hätte, hätte er den Kurden auch getötet. Aber der andere sei zu schnell gewesen.

In der Untersuchungshaft in Köln und auch im Prozess zeigte der in Deutschland geborene Angeklagte offen seine Sympathie für einen Attentäter, der am 5. Mai 2012 bei einem Zusammentreffen von fundamentalistischen Salafisten mit Pro-NRW-Aktivisten in Bonn drei Polizeibeamte angegriffen und verletzt hatte. "Einer musste ja mal reagieren", sagte er im Prozess. Der 26-jährige Salafist war erst vor vier Wochen zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. - dpa/lnw

Quelle: wa.de

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