NRW deutlich unter 18 Millionen Einwohnern

DÜSSELDORF - Jetzt ist es amtlich: Von 18 Millionen Einwohnern ist NRW weiter entfernt als gedacht. Köln ist die einzige Millionenstadt des Landes. Dagegen verlieren viele Großstädte im Revier Einwohner. Die finanziellen Folgen sind noch ungewiss.

Nordrhein-Westfalen liegt deutlich tiefer unter der 18-Millionen-Einwohner-Grenze als bisher angenommen. Und drei von vier Gemeinden in NRW haben weniger Bürger als gedacht. Das hat die erste bundesweite Volkszählung seit 26 Jahren ergeben. Mit exakt 17.538.251 Einwohnern zum Zensus-Stichtag am 9. Mai 2011 hat NRW fast 300.000 Köpfe weniger als bisher ausgewiesen. Von den Menschen, die in den Melderegistern standen, tatsächlich aber nicht mehr in den Städten und Gemeinden wohnen, sind 280.000 Ausländer. Das berichtete der Präsident des Statistischen Landesamts NRW, Hans-Josef Fischer, am Freitag in Düsseldorf. "Es hat sich gezeigt, dass die Melderegister den Bevölkerungsstand nicht zuverlässig abbilden."

Die Einwohnerzahl ist zwar niedriger als angenommen, aber im Vergleich zur Volkszählung 1987 dennoch um rund 826.000 gewachsen. Und NRW bleibt mit großem Abstand vor Bayern (12,4 Millionen Einwohner) bevölkerungsreichstes Bundesland. Und es hat eine Millionen-Stadt: Köln liegt um 5775 Einwohner über der magischen Grenze und bleibt viertgrößte Stadt Deutschlands hinter Berlin, Hamburg und München. 1987 hatte Köln erst 928 309 Einwohner.

Die wichtigsten Ergebnisse bundesweit:

Zensus 2011 - das sind die wichtigsten Ergebnisse

Essen und Düsseldorf tauschen ihre Plätze in der Einwohnerstatistik: Essen fällt mit nur noch 566 000 Bürgern - rund 57.000 weniger als 1987 - von Rang zwei auf Rang 4. Düsseldorf steigt mit gut 586 000 Einwohnern - rund 23 000 mehr - auf den zweiten Platz hinter Köln auf. Zwei weitere Ruhrgebietsstädte bleiben zwar auf ihren angestammten Plätzen unter den Top fünf, haben aber ebenfalls Bürger verloren: Dortmund hält Rang drei mit gut 571.000 Einwohnern (rund 13.000 weniger) und Duisburg Rang fünf mit knapp 489 000 Einwohnern (rund 37 000 weniger). Insgesamt leben im Ruhrgebiet 1,5 Prozent oder rund 79.000 Menschen weniger als kalkuliert.

Die kleinste Gemeinde bleibt Dahlem im Kreis Euskirchen mit nur 4196 Landeskindern - immerhin 418 mehr als 1987. Dafür darf sich der Kreis über den größten positiven Ausreißer freuen: Das rheinische Blankenheim hat fast fünf Prozent mehr Einwohner als angenommen. Am meisten nach unten muss dagegen das münsterländische Schöppingen im Kreis Borken seine Zahlen korrigieren: Es hat 17 Prozent weniger Einwohner als gedacht.

Finanzielle Auswirkungen werden die Zahlen zunächst noch nicht haben. "Im Gemeindefinanzierungsgesetz (GFG) 2013 wird noch keine Anpassung vorgenommen", sagte eine Sprecherin des Düsseldorfer Innenministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Wie sich die neue Statistik im kommenden Jahr auswirke, lasse sich noch nicht sagen. Die Einwohnerzahl sei zwar der Hauptfaktor für die Zuweisungen, allerdings würden auch andere Variablen wie etwa Schülerzahlen oder Soziallasten berücksichtigt.

Die CDU-Opposition forderte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) auf, so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen. Immerhin gehe es allein beim GFG um mehr als drei Milliarden und beim Stärkungspakt Stadtfinanzen, bei dem die Einwohnerzahl ebenfalls eine Rolle spiele, um über 130 Millionen Euro, mahnte die Landtagsfraktion in einer Mitteilung. - lnw

Zahlen für ganz Deutschland lesen Sie hier.

Quelle: wa.de

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