Altenheim angezündet: Vier Jahre Haft für Jugendlichen

Neuss - Ein Großbrand in einem Altenheim richtet vor fünf Monaten in Grevenbroich einen Millionenschaden an. Nun wurde ein Jugendlicher verurteilt: Er hat das Heim, in dem 87 Bewohner lebten, nach Überzeugung des Gerichts vorsätzlich angezündet.

Weil er ein Altenheim in Grevenbroich angezündet hat, ist ein vorbestrafter Jugendlicher zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Amtsgericht in Neuss verurteilte den 17-Jährigen wegen schwerer Brandstiftung. Der zur Tatzeit 16-Jährige hatte mit dem Feuer im vergangenen September nicht nur einen Schaden von über einer Million Euro angerichtet, sondern auch die 87 Bewohner des Heims in größte Gefahr gebracht.

Der Jugendliche war einen Monat später festgenommen worden, nachdem sich die Hinweise auf Brandstiftung verdichtet hatten. Er hatte in dem Heim kurz zuvor ein soziales Jahr begonnen. Der Angeklagte hatte im Vorfeld bestritten, das Feuer absichtlich gelegt zu haben. Er hatte behauptet, im Dachgeschoss eine Zigarettenkippe achtlos weggeschnippt zu haben. Als die Flammen loderten, sei er in Panik weggelaufen.

Eine neue Version

Am Mittwoch wartete der Jugendliche überraschend mit einer neuen Version auf: Er gab zu, in einer Abstellkammer absichtlich einen Papierstapel angezündet zu haben. Der Richter hielt ihm vor, weder einen Feuerlöscher geholt, noch einen der zahlreichen Alarmknöpfe gedrückt zu haben. "Ich habe Scheiße gebaut", räumte der Jugendliche ein. Ein Motiv für die Tat nannte er nach Gerichtsangaben nicht. 

Nach dem Ausbruch des Feuers hatte er geholfen, die Heimbewohner in Sicherheit zu bringen. Neben der Haftstrafe kommt auf den jugendlichen Brandstifter noch eine Schadenersatzforderung in Höhe von mehr als einer Million Euro zu. Damals brannte der Dachstuhl des Heims völlig aus. Die Heimbewohner mussten umquartiert werden. - dpa

Quelle: wa.de

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