Mit allen Tricks lockt Wuppertaler Zoo seine Tiere zur Inventur

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Das kennt er nicht, das will er nicht: Jung-Elefant „Uli“ war der einzige, der sich am Donnerstag der Tierzählung im Wuppertaler Zoo tatsächlich entgegenstemmte.

WUPPERTAL - „Uli“ ist noch nicht ganz ein Jahr alt und noch nie gewogen worden. Vorsichtig klettert der kleine Elefant auf das Metallbrett im Boden, die Anzeige bleibt bei 480 Kilogramm stehen.

Die Brotwürfel zur Belohnung schiebt der kleine Jumbo sich geschickt ins Maul. Dann wird dem Elefanten-Jungen langweilig: Der Pfleger zieht am Rüssel, und „Uli“ stemmt trotzig seine dicken Vorderbeine in den Boden. „Der hat einfach keine Lust mehr“, sagt Zoodirektor Ulrich Schürer.

Baumärkte haben mehr als 650 Weihnachtsbäume gespendet. Sie schmecken nicht nur den Elefanten.

Im Wuppertaler Zoo ist in diesen Tagen Volkszählung angesagt. In jedem Käfig, Gehege und Aquarium werden die Bewohner von den 45 Tierpflegern erfasst. Große Überraschungen, verrät Zoo-Kurator André Stadler, erwarte er nicht. Am ehesten könnte es Zuwachs bei den Fischen geben. „Ein Fisch bekommt ja auf einen Schlag 100 Babys.“ Auch die Zahl der Gäste ist beachtlich: Weit mehr als 600 000 Besucher hatte der im grünen Park gelegene Zoo in diesem Jahr.Die Elefanten-Herde ist mit neun Tieren übersichtlich: Der Traditionszoo in Wuppertal ist einer der wenigen, der die Dickhäuter züchtet. Im Januar 2011 kamen hier „Uli“ und die kleine „Shawu“ auf die Welt. Die Baby-Elefantin brachte bei der Geburt 128 Kilogramm auf die Waage.

Bei „Uli“ dagegen konnten die Pfleger das Gewicht nur auf etwa 110 Kilo schätzen. „Wir haben ihn nicht wiegen können, weil die Mutter es nicht zugelassen hätte“, berichtet der Zoodirektor.

Umso erfreulicher, dass „Uli“ in den 347 Tagen seit der Geburt im Schnitt mehr als ein Kilo pro Tag zugenommen hat. „Tika“, seine große Schwester, lässt sich im Elefantenhaus schon bereitwilliger zum Wiegen führen und kommt auf 1310 Kilogramm. Mutter „Sabi“ stapft routiniert aufs Brett und lüpft ein Bein – sie wiegt 3280 Kilo. Bis zu 40 Kommandos könnten die großen Elefanten verstehen, erzählt der Kurator. „Die Kleinen können schon ,nein‘.“

Zur Belohnung gibt es für die Elefanten Weihnachtsbäume. Baumärkte hätten mehr als 650 nicht verkaufte Tannen hergeschenkt, berichtet Kurator Stadler. Die Besucher des Zoologischen Gartens der Stadt Wuppertal entdecken derzeit bei vielen Tieren die umfunktionierten Nadelbäume. Auch Dromedare kauen auf den immergrünen Zweigen herum. Irgendwann aber haben die Tiere erfahrungsgemäß genug davon: „Wir wollen ja auch nicht zehn Tage lang Pizza essen“, sagt Stadler. Auch die Wölfe spielen in ihrem Gehege mit den Bäumen, und sogar die Eisbären haben Tannen bekommen. - dpa

Quelle: wa.de

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