Ärztekammer macht Vorschlag

So soll Kindesmissbrauch frühzeitig erkannt werden

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Symbolfoto: Um Kindesmissbrauch frühzeitig zu erkennen, will die Ärztekammer Westfalen-Lippe ein Netzwerk mit Experten, Lehrern, Erziehern und Ärzten entwickeln.

GELSENKIRCHEN - Sie werden alleingelassen, vernachlässigt und manchmal sogar misshandelt: Unzählige Kinder leiden, weil ihre Eltern überfordert sind. Ärzte aus Westfalen-Lippe wollen das mit einem besseren Netzwerk verhindern.

Um Kinder und Jugendliche rechtzeitig vor überforderten Eltern zu schützen, will die Ärztekammer Westfalen-Lippe ein Netzwerk mit Experten, Lehrern, Erziehern und Ärzten entwickeln. Durch den Austausch der unterschiedlichen Berufsgruppen sollen bisherige Methoden zur Erkennung von Gefahren für Kinder ausgebaut werden.

"Vernachlässigung gilt als häufigste Ursache für Kindeswohlgefährdung", sagt Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, anlässlich des diesjährigen Forums seiner Kammer zum Kinderschutz am Samstag. Eine Gefährdung des Kindeswohls gehe oftmals der eigentlichen Kindesmisshandlung voraus und müsse daher frühzeitig erkannt werden.

Eine besondere Aufgabe komme den Ärzten, Lehrern und Erziehern zu, von denen viele über große Belastungen klagen: Sie müssen die Kindeswohlgefährdung rechtzeitig wahrnehmen und handeln.

Einzelne nordrhein-westfälische Verbände, wie der Zweckverband Katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen, arbeiten bereits an einer frühzeitigen Erkennung des Risikos. Seit 2008 setzt der Kita-Zweckverband Kinderschutzfachkräfte ein. Diese unterstützen Betreuer und Eltern. Im letzten Jahr konnten damit 43 Fälle von Kindeswohlgefährdung nachgewiesen werden, fast die Hälfte dieser Kinder wurde von den Eltern vernachlässigt, sagte Wiebke Neumann vom KiTA-Zweckband Essen.

Quelle: wa.de

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