Sperrung aufgehoben

Schwerer Lkw-Unfall auf A44: Gefahrgut-Fahrer unter Drogenverdacht - stundenlange Sperrung

Kurz vor dem Kreuz Werl kippte der Tanklaster auf die Seite, blieb quer auf der Fahrbahn der A44 liegen.
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Kurz vor dem Kreuz Werl kippte der Tanklaster auf die Seite, blieb quer auf der Fahrbahn der A44 liegen.

Auf der A44 bei Werl hat sich in der Nacht auf Mittwoch ein schwerer Verkehrsunfall ereignet. Ein Gefahrgut-Lkw, der mehr als 30.000 Liter Heizöl an Bord hat, kippte dabei auf die Seite. Die Autobahn war für Stunden gesperrt.

Werl - In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat sich auf der A44 bei Werl ein schwerer Verkehrsunfall ereignet: Gegen 0.15 Uhr geriet der Fahrer eines Gefahrgut-Lkw in Höhe der Tank- und Rastanlage „Am Haarstrang-Süd“ nach rechts von der Fahrbahn ab. Beim Gegenlenk-Manöver verlor er die Kontrolle über sein Gespann.

AutobahnA44
Baubeginn1963
BundesländerNordrhein-Westfalen, Hessen
Länge266 km

Schwerer Unfall auf der A44 bei Werl: 32.500 Liter Heizöl müssen umgepumpt werden

Der Lkw kippte auf die Seite und blieb etwa 1,5 Kilometer vorm Kreuz Werl in Richtung Kassel quer auf der Autobahn liegen. Der Fahrer, ein 25-jähriger Werler, konnte sich eigenständig aus dem Führerhaus befreien und kam mit augenscheinlich leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Bei der Unfallaufnahme ergaben sich Hinweise auf den Konsum von Betäubungsmitteln, den ein positiver Drogenvortest bestätigte. Im Krankenhaus entnahm ihm ein Arzt eine Blutprobe. Den Führerschein des Mannes stellten die Beamten sicher.

Der Unfall hat schwere Folgen: Im Tank des Aufliegers befanden sich zum Unfallzeitpunkt 32.500 Liter Heizöl. Die Ladung stellte die Feuerwehr Werl, die mit rund 70 Einsatzkräften aus zwei Löschzügen und dem ABC-Zug angerückt war, vor eine Herausforderung: Bevor der Lkw geborgen - also wieder aufgestellt - werden konnte, musste sämtliches Heizöl aus dem Tank des havarierten Lkw-Aufliegers gepumpt werden.

Schwerer Unfall auf der A44 bei Werl: Gefahrgut-Lkw mit Heizöl kippt auf die Autobahn

Schwerer Unfall mit Gefahrgut-Lkw auf der A44 bei Werl.
Schwerer Unfall mit Gefahrgut-Lkw auf der A44 bei Werl.
Schwerer Unfall mit Gefahrgut-Lkw auf der A44 bei Werl.
Schwerer Unfall mit Gefahrgut-Lkw auf der A44 bei Werl.
Schwerer Unfall auf der A44 bei Werl: Gefahrgut-Lkw mit Heizöl kippt auf die Autobahn

Schwerer Unfall auf der A44 bei Werl: Feuerwehr bekommt Unterstützung von drei Firmen

Dazu arbeitete die Feuerwehr Werl mit einer angeforderten Fachfirma Hand in Hand zusammen: Da die normalen Anschlüsse des Heizöl-Tanks für die Einsatzkräfte durch den Unfall nicht zu erreichen waren, mussten Löcher in die nach oben gewandte Seite des Tanks gebohrt werden, aus denen das Öl Liter für Liter in einen Ersatz-Tank gepumpt wurde.

Insgesamt bekam die Feuerwehr Unterstützung von drei Fachfirmen: Eine brachte den Ersatz-Tank zur Unfallstelle, eine kam mit einem Kran, um das Gespann nach erfolgreicher Arbeit wieder aufzustellen und eine andere Firma brachte ein zusätzliches Berge-Fahrzeug. Zudem waren die Untere Wasserbehörde des Kreises Soest und Straßen.NRW als Straßenbaulastträger vor Ort. „Die Zusammenarbeit hat wirklich sehr gut funktioniert“, betonte Karsten Korte, Leiter der Feuerwehr Werl.

Schwerer Unfall auf der A44 bei Werl: Von Heizöl ging große Umweltgefahr aus

Die größte Gefahr, die von dem Heizöl ausging, wäre ein riesiger Umweltschaden gewesen, erklärte Korte. „Beim Abpumpen musste das Öl so geleitet werden, dass es nicht ins Erdreich kommt.“ Immerhin: „Die Brandgefahr ist nicht ganz so extrem.“ Dennoch gingen die Einsatzkräfte natürlich kein Risiko ein: Während der Arbeiten am Tank stand durchgängig ein Trupp unter Atemschutz in Bereitstellung, um im Falle eines Brandes sofort löschen zu können.

Während das Heizöl umgepumpt wurde, stand ein Trupp unter Atemschutz jederzeit zum Löschangriff bereit.

Und auch die Umwelt konnte vor einer Kontamination bewahrt werden - unter anderem hatte die Feuerwehr zwei Kanal-Einläufe abgedichtet, für den Fall eines Öl-Austritts aus dem Tank, der den Unfall glücklicherweise unbeschadet überstanden hatte.

Schwerer Unfall auf der A44 bei Werl: Nach sieben Stunden war das Öl umgepumpt

Gegen 7.25 Uhr, sieben Stunden nach der Alarmierung, war auch der letzte Liter Heizöl im Ersatz-Tank. „Jetzt muss das Gespann wieder aufgerichtet werden“, berichtete Karsten Korte um 7.30 Uhr. Die Bohrlöcher im Tank wurden dafür von der Feuerwehr abgedichtet.

Schwerer Unfall auf der A44 bei Werl: Autobahn noch Stunden gesperrt

Die A44 war in Fahrtrichtung Kassel ab Unna-Ost gesperrt. Für die Dauer der Bergungsarbeiten musste die A44 in Fahrtrichtung Kassel bis etwa 9.20 Uhr komplett gesperrt werden. Nach deren Beendigung konnte zunächst der linke Fahrstreifen wieder freigegeben werden. Am Mittag war die Fahrbahn wieder frei.

Die Polizei schätzte in der Nacht vor Ort sogar, dass bis zum heutigen Mittwochabend mit Einschränkungen zu rechnen sei. Der Bereich sollte weiträumig umfahren werden. Einen positiven Aspekt konnte Karsten Korte im übrigen hervorheben: „Die Rettungsgasse war sehr vorbildlich!“

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