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A44: Betrunkener verursacht Unfall und löst Kettenreaktion aus - mehrere Verletzte

Der schwere Unfall verwandelte die A44 in ein Trümmerfeld.
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Der schwere Unfall verwandelte die A44 in ein Trümmerfeld.

Auf der A44 zwischen dem Kreuz Erwitte/Anröchte und Geseke hat sich in der Nacht auf Sonntag ein schwerer Unfall ereignet. Zunächst verunglückte ein betrunkener Autofahrer. Kurze Zeit später krachte ein Auto in die Unfallstelle. Ein Mensch schwebte in Lebensgefahr, drei weitere wurden verletzt.

Anröchte - Um 3.55 Uhr ging der Notruf in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Soester Rettungsleitstelle ein: Zwischen den A44-Anschlussstellen Erwitte/Anröchte und Geseke habe sich in Fahrtrichtung Kassel ein Fahrzeug überschlagen und liege auf dem Dach, so die erste Meldung an die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst.

Als die ersten Rettungskräfte kurze Zeit später an der Unfallstelle ankamen, fanden sie ein Trümmerfeld vor, das sich über mehrere hundert Meter erstreckte. Schnell war klar, dass bei dem Unfall mehrere Personen zum Teil schwer verletzt worden waren - deshalb wurden mit dem Stichwort „Massenanfall von Verletzten“ frühzeitig weitere Rettungswagen und Notärzte nachgefordert, berichtete Feuerwehr-Einsatzleiter Hendrik Scholz.

Schwerer Unfall auf der A44: Fahrer setzt sich nach Streit betrunken hinters Steuer

Für die Polizei waren einige Zeugen-Befragungen nötig, um überhaupt einen Überblick zu bekommen, wie es überhaupt zu dem schweren Unfall gekommen war: Wie die Polizei berichtete, sei dem ganzen Szenario ein Alleinunfall vorausgegangen. Demnach habe sich ein 20-jähriger Mann aus Essen nach einem Streit betrunken hinters Steuer gesetzt. Rund 300 Meter vor der späteren Unfallstelle sei er wegen eines Sekundenschlafes nach rechts von der Fahrbahn abgekommen, schoss über die Bankette, schleuderte zurück auf die Fahrbahn und prallte mit seinem Chevrolet-Kleinwagen in die Mittelleitplanke. Der Wagen blieb auf der linken Fahrspur liegen.

Der Verursacher des Unfalls war laut Angaben der Polizei betrunken. Neben dem deutlichen Alkohol-Geruch in seinem Atem hatte er mehrere Flaschen Schnaps und Likör dabei.

Zum Glück konnte sich der Fahrer schnell aus dem Unfallwagen retten und die Fahrbahn verlassen. Denn wenige Momente später krachte von hinten der 39-jährige Fahrer eines VW Golf aus Frankreich offenbar ungebremst in den Chevrolet. Anhand der Unfallspuren konnten die Beamten rekonstruieren, dass der VW den Chevrolet mit einer solchen Wucht getroffen haben muss, dass der Chevrolet über die Motorhaube des VW flog und gegen dessen Windschutzscheibe prallte. Der Kleinwagen überschlug sich und blieb auf der Beifahrerseite liegen.

Der Fahrer des VW Golf schwebt in Lebensgefahr. Er war mit hoher Geschwindigkeit in das liegengebliebene Unfallfahrzeug gekracht.

Der VW brach in Folge der Kollision nach rechts aus und krachte mit hoher Geschwindigkeit in das Heck eines 1er BMW aus dem Kreis Lippe, ehe er auf dem rechten Standstreifen zum Stillstand kam. Die 33-jährige BMW-Fahrerin aus Schieder hatte es zuvor gerade noch so geschafft, rechts an der Unfallstelle vorbeizukommen. Anschließend hatte sie ihren Wagen stark abgebremst. Der VW-Fahrer erlitt nach Angaben der Autobahnpolizei so schwere Verletzungen, dass er in Lebensgefahr schwebte.

Die Feuerwehre musste die Beifahrerin des BMW schonend aus dem Wagen retten. Dafür wurde das Dach entfernt.

Auch die Beifahrerin des BMW - eine 21-jährige aus Blomberg -, die nach dem Kanaren-Urlaub gerade zusammen mit der Fahrerin auf dem Rückweg vom Flughafen Richtung Heimat war, wurde schwer verletzt. Die Feuerwehr musste sie schonend aus dem BMW retten. Dafür nahmen die Feuerwehrleute mit schwerem hydraulischen Gerät das Dach des Wagens ab. Die Fahrerin des BMW erlitt einen Schock.

Die Feuerwehr half der geschockten BMW-Fahrerin und trug die Urlaubskoffer zum Wagen des Angehörigen, der sie abholte.

Die Verletzten wurden mit mehreren Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht. Die BMW-Fahrerin wurde von einem Angehörigen abgeholt. Auch ihr konnte die Feuerwehr, die mit rund 25 Kräften des Löschzugs Anröchte im Einsatz war, noch helfen: Mehrere Feuerwehrleute halfen auf dem Weg zum Wagen des Angehörigen beim Koffer-Tragen.

Nach Unfall auf A44: Feuerwehr-Chef lobt Ersthelfer

Der betrunkene Essener, der als Verursacher des folgenschweren Unfalls und nach bisherigen Erkenntnissen als schwer verletzt gilt, musste noch vor Ort seinen Führerschein abgeben. Für einen Ersthelfer fand Rafael Schmidt, Leiter der Feuerwehr Anröchte, der als erster am Einsatzort eingetroffen war, lobende Worte: „Als ich ankam war alles stockenduster - es war eine gespenstische Situation. Doch sofort machte ein Ersthelfer auf sich aufmerksam und konnte mit eine grobe Übersicht geben, was los ist. Er packte auch sofort mit an und half mir, die Einsatzstelle mit Blitzleuchten abzusichern.“

Die A44 war zwischen Erwitte/Anröchte und Geseke für mehrere Stunden voll gesperrt.

Die A44 war bis nach Sonnenaufgang voll gesperrt. Die Unfallfahrzeuge wurden abgeschleppt. Eine weitere Vollsperrung der Autobahn stehe ab dem Vormittag an, so die Polizei: Dann wird ein Team der Autobahnpolizei mit einer Drohne den Unfallort noch einmal haargenau aus der Luft dokumentieren.

Wir berichten weiter.

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