A40-Rheinbrücke Neuenkamp: Lkw-Verbot gen Essen wird aufgehoben

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Der Verkehr staut sich vor der Rheinbrücke Neuenkamp der A40 bei Duisburg. Für die Reparatur der maroden Rheinbrücke war die Überfahrt Richtung Ruhrgebiet auf eine Fahrspur reduziert und für Lkw gesperrt worden. Jetzt geht es in der Gegenrichtung los.

Duisburg - Die Sanierungsarbeiten auf der A40-Rheinbrücke Neuenkamp in Richtung Essen bei Duisburg sind soweit abgeschlossen, dass ab Donnerstag, 30. April, der Verkehr wieder auf zwei Fahrspuren über die Brücke laufen kann. Auch Lkw können die Brücke in Richtung Essen wieder nutzen, teilt Straßen.NRW mit.

In der nächsten Woche wird laut Mitteilung von Straßen.NRW die Baustelle für die Gegenrichtung eingerichtet: Ab Ende der Woche können dann in Richtung Venlo für voraussichtlich fünf Wochen die Autos nur eine Fahrspur nutzen. Fahrzeuge, die schwerer als 3,5 Tonnen sind, bleiben dann außen vor.

Gut zu wissen

Die Duisburger Rheinbrücke im Verlauf der A40 ist eine so genannte Schrägseilstahlbrücke. Sie ist 777 Meter lang und hat eine Fläche von rund 28.000 Quadratmetern. Instandsetzungsarbeiten gab es auch schon in den vergangenen Jahren: Die "Fahrbahnübergänge" wurden 1977 ausgetauscht. Und schon zweimal, 1996 bis 1998 und 2010 bis 2013, wurde die Fahrbahnplatte wegen aufgetretener Risse saniert. Seit drei Jahren hat man auch immer wieder Schäden in den Querträgern festgestellt, die regelmäßig geschweißt wurden.

Bei den jüngsten Untersuchungen wurden neben den bekannten Rissen in beiden Fahrtrichtungen weitere Risse entdeckt. Damit gibt es nicht nur Risse in den Schrägstreben der Brücke, sondern auch im Bereich der Hauptträger, wo die Schrägstreben befestigt sind.

Diese "versteckten" Risse können in jedem Hauptträger der Brücke vorkommen. Diese Erkenntnis führte zu den wesentlich aufwändigeren Arbeiten, weil die neuen Risse anders und umfangreicher bearbeitet werden müssen als die "einfachen" Risse an den Schrägstreben.

Die großen Risse, die länger als drei Zentimeter sind, können nur saniert werden, wenn die Brücke wenig schwingt; dafür dürfen keine Lkw über die jeweilige Brückenseite fahren.

20 dieser Schadstellen wurden in Richtung Essen festgestellt und saniert, 19 sind jetzt in der Gegenrichtung an der Reihe. Aus diesem Grund kann der Verkehr in Richtung Venlo erst nach der Sanierung wieder zweispurig laufen, und auch Lkw können erst dann wieder in Richtung Westen über die Brücke fahren.

Die Brücke wird weiterhin intensiv beobachtet. Weitere Sanierungsmaßnahmen an allen Streben der Brücke stehen ab Herbst  auf dem Programm und sollen demnächst ausgeschrieben werden. Ausgeschlossen wird schon jetzt, dass langfristig der Verkehr noch einmal dreistreifig je Fahrtrichtung über die Brücke Neuenkamp laufen kann.

Seit Oktober 2014 läuft der Verkehr auf der Brücke generell nur über vier Fahrspuren, um die Belastung einzudämmen. Durch die Reduzierung der Fahrstreifen werden vor allem die Ränder der Brücke entlastet.

Brückenfachleute untersuchen seitdem das konkrete Schadensbild. Teilweise sind die Schäden mit den bloßen Augen nicht sichtbar. Das erschwert den Umfang der Nachforschungen.

Die Rheinbrücke Neuenkamp stammt aus dem Jahr 1970. Bei der Planung war man von einem maximalen Verkehr von 30.000 Fahrzeugen am Tag ausgegangen. Heute hat sich der Verkehr fast vervierfacht.

Die Brücke ist ähnlich konstruiert wie die A1-Brücke bei Leverkusen, für die aktuell ein Neubau geplant wird. Auch hier sind Risse in der Stahlkonstruktion aufgetreten, die auf Dauer nicht repariert werden können.

Die Leverkusener Brücke ist allerdings noch einmal fünf Jahre älter. Für die Duisburger Brücke ist bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden, die die Rahmenbedingungen für einen Neubau ermitteln wird. - eB

Quelle: wa.de

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