Sein Bruder wird mit starken Unterkühlungen gerettet

Sturmtief Herwart: 63-jähriger Halveraner kommt in Sturmflut ums Leben

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Polizei, Feuerwehr, Wasserschutzpolizei, die DLRG und ein SAR-Hubschrauber waren bei der umfangreichen Such- und Rettungsaktion der Brüder aus Halver und Marienheide im Einsatz.

Halver/Jade - Ein 63-jähriger Halveraner kam in der Nacht zu Sonntag in den Sturmfluten im Norden Deutschlands ums Leben. Sein Bruder wurde von einer Schlauchbootbesatzung mit starken Unterkühlungen aus dem Wasser gerettet.

Mit seinem Bruder hielt sich der 63-Jährige auf dem Gelände des Strandbads Sehestedt in Jade auf, als sie eine stark ansteigende Flut überraschte.

Um 4.21 Uhr am Sonntag ging bei der Kooperativen Großleitstelle Oldenburg ein Notruf ein. Ein Mann teilte mit, dass er sich mit seinem VW Bulli auf dem Gelände des Strandbads Sehestedt am Jadebusen befinde und dieser von der stark antsteigenden Flut erfasst werde. Nach dieser Aussage des Anrufers wurde das Gespräch unterbrochen, ein Rückruf verlief ohne Erfolg. Das teilt Markus Hausenblas von der Pressestelle der Polizei Nordenham mit.

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Als die ersten Streifenwagen eintrafen, war eine Durchfahrt zum Strandbad aufgrund der einsetzten Sturmflut nicht mehr möglich. Das gesamte Vordeichsgelände war bereits überflutet. Vom Deich aus konnten die Beamten ein Licht im Bereich des Campingplatzes, der sich direkt am Ufer des Jadebusens und neben dem Strandbad befindet, ausmachen. 

Daraufhin wurde eine umfangreiche Such- und Rettungsmaßnahme eingeleitet. Die Feuerwehr, die Wasserschutzpolizei und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beteiligten sich an der Suche. Zusätzlich wurde laut Polizei ein SAR-Hubschrauber –- SAR steht für „search and rescue“ (übersetzt: suchen und retten) – angefordert. 

Erst um 7.05 Uhr konnte ein 59-jähriger Mann aus Marienheide durch eine Schlauchbootbesatzung der DLRG im Bereich des Strandbads aus dem Wasser gerettet werden. Der Mann hatte sich an einem Mast festklammern können. Er wurde mit starken Unterkühlungen in das Krankenhaus Varel gebracht.

Enorme Wucht des Wassers

Bei einer Befragung gab er an, mit seinem 63-jährigen Bruder aus Halver zusammen gewesen zu sein. Sie hätten gemeinsam das Fahrzeug verlassen, um sich in Richtung Deich in Sicherheit zu bringen. Das Wasser wäre aber mit enormer Wucht auch aus dieser Richtung gekommen, ein Erreichen des Deichs sei nicht mehr möglich gewesen. Seinen Bruder habe er nicht mehr sehen können, dieser sei in der Dunkelheit verschwunden. Die Suchmaßnahmen wurden daraufhin laut Polizei unverzüglich fortgesetzt.

Der Halveraner wurde erst gegen 8.30 Uhr von der Besatzung des Hubschraubers in der Nordsee treibend entdeckt und von der DLRG geborgen. An Land konnte leider nur noch der Tod des 63-Jährigen festgestellt werden. „Die Todesursache war wahrscheinlich eine Kombination aus Unterkühlung, Erschöpfung und Ertrinken“, sagt Hausenblas. Er habe sich nach seinen Angaben lange im Wasser befunden.

Tragischer Unglücksfall

Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass es sich um einen tragischen Unglücksfall handelt. „Überall wurde auf den anstehenden Sturm hingewiesen“, erklärt Hausenblas. Die Brüder wollten vermutlich in ihrem Bulli, den sie direkt am Ufer des Jadebusens gestellt haben, übernachten. Sie wurden dann durch die Sturmflut überrascht und vom Wasser eingeschlossen. In der Nacht stieg das Wasser zwei bis zweieinhalb Meter über dem normalen Stand.

Quelle: wa.de

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