3000 NRW-Feuerwehrleute helfen an der Elbe

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Auch Feuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen unterstützen den Kampf gegen das Hochwasser an der Elbe. 

ERWITTE/DÜSSELDORF - Viele Hilfskräfte aus NRW unterstützen den Kampf gegen das Hochwasser an der Elbe. Nur 29 Feuerwehrleute aus Erwitte dürfen nicht mitmachen. Sie wollten in ihre Partnerstadt Aken. Die steht aber nicht auf dem Einsatzplan des Landes.

Rund 3000 Feuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen sind derzeit im Hochwasser-Einsatz in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Das berichtete der Verband der Feuerwehren in NRW am Montag. Seit Mitte vergangener Woche haben sich nach Angaben der Landesregierung rund 10 000 Helfer aus Nordrhein-Westfalen am Kampf gegen die Fluten von Donau und Elbe beteiligt. Neben Feuerwehrleuten seien darunter Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und anderer Hilfsdienste sowie die Wasserrettungszüge der DLRG.

Nicht dabei sind 29 Feuerwehrleute aus Erwitte (Kreis Soest). Sie wollten in ihrer Partnerstadt Aken in Sachsen-Anhalt bei der Deichsicherung an der Elbe helfen. Kurz vor dem Start am frühen Sonntagmorgen sei die Gruppe vom Innenministerium und dem Arnsberger Regierungspräsidenten ausgebremst worden, sagte Erwittes Bürgermeister Peter Wessel (CDU) am Montag. "Wir können doch nicht nur bei Schönwetter Städtepartnerschaft machen, und dann saufen die ab und wir dürfen nicht helfen", zeigte er sich empört.

Wessel hatte seinem Amtskollegen in Aken schon Mitte vergangener Woche Hilfe angeboten. Am Samstagabend sei dann der Hilferuf gekommen. Die 29 Feuerwehr-Leute sollten mit einigen nicht dringend notwendigen Fahrzeugen nach Sachsen-Anhalt. "Die hatten Urlaub genommen und Verpflegung für zwei Wochen in einem Anhänger", sagte Wessel. "Sie waren völlig fassungslos und frustriert."

Krisenstäbe müssen Überblick behalten

Es sei wichtig, dass die Hilfe koordiniert ablaufe und nicht jeder aufs Geratewohl losfahre, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Innenministeriums. Die Krisenstäbe müssten den Überblick behalten, damit die Hilfe da ankomme, wo sie am Nötigsten sei. Die Helfer aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, darunter auch die Feuerwehrleute aus Erwitte, seien für Einsätze in Niedersachsen vorgesehen. Auch der Feuerwehr-Verband appellierte an die Feuerwehren, ausschließlich nach den Einsatzaufträgen des Landes auszurücken. Dieses Verfahren sei eingeübt und funktioniere gut.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Werner Lohn bezeichnete den Vorfall als "Schlag ins Gesicht" für alle Hilfsbereiten. Der FDP-Abgeordnete Marc Lürbke meinte, unbürokratische Hilfe zwischen Partnerstädten müsse möglich sein. Die Opposition hat Jäger aufgefordert, im Innenausschuss des Landtags über den Vorfall zu berichten. - dpa

Quelle: wa.de

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