22-Jähriger ersticht Ex-Freundin und entführt gemeinsames Baby

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Zum Prozessauftakt versteckte der Angeklagte sein Gesicht hinter seinen Händen. Zu den Vorwürfen schwieg der Mann, der zuletzt in Lahnstein wohnte.

SIEGEN - Aus Eifersucht und im Streit um das gemeinsame Baby soll ein 22-Jähriger in Siegen seine Ex-Freundin in aller Öffentlichkeit erstochen haben. Die Frau starb im vergangenen August durch 52 Messerstiche.

Seit Donnerstag muss sich der junge Mann wegen Mordes vor dem örtlichen Landgericht verantworten.

„Das war ein Mord aus niederen Beweggründen“, sagte der Staatsanwalt. Der 22-Jährige habe nicht verkraften können, dass sich seine Ex-Freundin nach der Trennung mit anderen Männern traf. Der Messerstecher hatte offenbar zufällig erfahren, dass die 18-Jährige in Siegen ist, und sie dann am Bahnhof abgepasst. In der Unterführung unter den Gleisen stach er laut Anklage mit einem Taschenmesser immer wieder auf sie ein. Die Frau verblutete. Selbst ein Notarzt hätte nicht mehr helfen können.

Aus nächster Nähe hatte ein 28 Jahre alter Zugbegleiter die Tat mitbekommen. Er brachte zunächst zwei Kinder aus der Gefahrenzone und versuchte dann, den Mann zu stoppen. „Ich habe ihn angeschrien, er soll aufhören.“ Doch der Messerstecher habe überhaupt nicht reagiert. „Ich hatte den Eindruck, er wollte das, was er sich vorgenommen hat, auch zu Ende bringen.“

Nach der Tat hatte der 22-Jährige seinen fünf Monate alten Sohn aus dem Kinderwagen geholt und war blutverschmiert mit dem Baby auf dem Arm geflüchtet. Dann setzte er seinen Sohn in einer einige hundert Meter entfernten Moschee ab. Dort habe der Mann die Tat bereits zugegeben. Kurze Zeit später wurde er festgenommen.Der mittlerweile knapp ein Jahr alte Sohn des Mannes lebt seit der Bluttat bei den Eltern des Opfers in Rheinland-Pfalz. Sie sitzen dem mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal als Nebenkläger gegenüber. - dpa

Quelle: wa.de

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