1Live Schulduell: WDR legt keine rechtlichen Schritte ein

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Unser Foto zeigt Teilnehmer des Mariengymnasiums im Februar 2011.

KÖLN - Bei diesem „Duell“ gerieten Schüler und der Kölner Radiosender 1Live auf die Verliererstraße – geschlagen von Unbekannten. Nachdem eine App-Aktion zum 1Live-Schulduell auch nach Protesten einer Schule aus Werl vom WDR gestoppt worden war, bezog 1Live-Chef Jochen Rausch auf Anzeiger-Anfrage Stellung.

„Die Spielergebnisse wurden umfangreich manipuliert. Das bedeutet, dass wir keine klaren Spielstände mehr ausweisen können“, sagt der Radio-Chef. Die Gewinner hätten nicht mehr fair ermittelt werden können. Jegliche technischen Lösungen wären nicht transparent gewesen.

Hier finden Sie den ersten Bericht zu dem Vorfall:

1Live-Schulduell gehackt: Werler Schüler geschockt

„Mit der App machen wir aus diesem Grund nicht weiter, weil das Spielergebnis alles andere als echt wäre“, teilt Rausch mit. Man habe alle Schüler darüber direkt per Mail und online informiert. Die angemeldeten Schulen können sich kommenden Dienstag über ein Telefonquiz bei 1Live dennoch für die Finalrunde des Schulduells qualifizieren. „Dieses Auswahlverfahren ist in den letzten Jahren bereits eingesetzt worden, somit erprobt und hat erfolgreich und transparent funktioniert“, versichert der Radio-Chef.

Allerdings verzichten die Schüler des Werler Mariengymnasiums auf eine Teilnahme, wie Schulleiter Michael Prünte auf Anfrage mitteilte. „Unsere Schüler distanzieren sich von der Aktion, sie steigen komplett aus.“

Das angebotene Spiel mit dem Ziel, den Musiker Mark Forster für ein Schulhof-Konzert zu gewinnen, sei „unprofessionell gemacht“, sagt Prünte, der am Donnerstag selbst in Köln interveniert hatte.

147 Schüler der Q 2 am MG hatten sich am Schulduell beteiligt. Hacker hatten ihre Spielergebnisse manipuliert, dabei auch Nutzernamen mit nationalsozialistischem Hintergrund verwendet.

WDR will den Vorfall strafrechtlich nicht verfolgen

Die Presseabteilung des WDR, zu dem 1Live gehört, nannte es „schade, das so etwas passiert ist“. Man werde der Sache gleichwohl nicht strafrechtlich nachgehen.

„Dazu verfügen wir nicht über die notwendigen Daten.“ Der Sender werde aber darüber nachdenken, „wie wir das Verfahren künftig betreiben, auf jeden Fall soll es transparent und fair sein“. - bus

Quelle: wa.de

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