Neuer Rekord

Hier machen Wohnmobil-Fahrer gerne Station

Rund 140 Wohnmobile haben bisher im Jahr 2021 den Stellplatz am Obergraben genutzt – der bisherige Rekord waren am Wochenende acht Fahrzeuge gleichzeitig.
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Rund 140 Wohnmobile haben bisher im Jahr 2021 den Stellplatz am Obergraben genutzt – der bisherige Rekord waren am Wochenende acht Fahrzeuge gleichzeitig.

Neuer Rekord für die Gemeinde Wickede als Anlaufpunkt für Wohnmobilisten: Am Wochenende zählte die Parkplatzzeile entlang des Obergrabens nicht weniger als acht Wohnmobile. Die Resonanz in den einschlägigen Foren und Führern spricht für Wickede. Und zwar für das gesamte Paket, das hier geboten wird.

Wickede - Natürlich kann sich die Ruhrgemeinde nicht mit den luxuriös ausgestatteten Camping-Standorten messen, die mit Stromanschluss und Kanalentsorgung aufwarten. Aber dafür müssen die Camper anderswo auch zahlen. 2019 waren es im Schnitt 30 Euro pro Nacht auf deutschen Stellplätzen, in Dänemark sogar 42 Euro. Wickede dagegen bietet die Übernachtung zum Nulltarif. Ein Kommentar dazu im Forum „Park4night“: „Danke an die Gemeinde für die Stellplätze. Kein Service, sonst gut.“ „Super Platz, ist nur ein Streifen, aber ruhig und es war nicht viel los“, meint eine weitere Besucherin. Eine Camperin schrieb im Dezember 2020: „Um diese Jahreszeit ruhig und schön an der Ruhr.“

Mit der Lage am Obergraben und am Lauf der Ruhr muss sich die Gemeinde ohnehin nicht verstecken. Auf professionellen Plätzen gibt es sicher noch schönere Aussichten, aber bestimmt auch weniger attraktive. „Ein toller offizieller Tag- und Nacht-Parkplatz für Wohnmobile, sehr gut geeignet auf der Durchreise, aber locker auch für zwei Nächte. Klasse Natur“, würdigt da ein Womo-Fahrer online.

Lob fürs gastronomische Angebot

Auch in puncto Restauration muss sich Wickede nicht verstecken. Wenn anderswo eine gut geführte Campingbar geboten wird, hat die Ruhrgemeinde mit dem Biergarten Rohrbach und dem Freibad-Kiosk gleich zwei Angebote in der Nähe, die sehr wohl wahr- und angenommen werden. „Biergarten um die Ecke. Sehr familiäre Atmosphäre. Sehr freundlich geführte Gastronomie. Essen sehr lecker“, heißt es in einem Kommentar. „Super Café-Imbiss (Ahoi) mit Bedienung“, schreibt ein anderer Besucher mit Verweis auf den Freibad-Kiosk. „Der Biergarten, zwei Gehminuten entfernt, ist sehr zu empfehlen“, lobt ein Camper, „ein Muss ist, im Biergarten zu Abend zu essen“, sagt der nächste, „Essen super und Getränke kalt“, ein dritter Gast.

Und natürlich werden auch die Freizeit-Möglichkeiten erwähnt. „Perfekt für ein oder zwei Übernachtungen oder eine Fahrradtour oder zum Wandern“, heißt es da. Vor allem bietet die Gemeinde in unmittelbarer Nähe mit dem Freibad eine attraktive Freizeitstätte an, wie sie der übliche Wohnmobilstellplatz wohl nur selten hat. Dessen Duschen und Toiletten dürfen Wohnmobilisten sogar kostenfrei nutzen, aber oft buchen die Besucher auch den Besuch der Becken dazu.

Gemeinde drückt gern ein Auge zu

Übrigens: Dass auf dem Parkplatzstreifen bisweilen mal mehr als die per Beschilderung vier Wohnmobile stehen, hat bisher noch nie zu Problemen geführt. Die Gemeinde als Ordnungsbehörde drückt da gern ein Auge zu, wenn auf der Durchreise zum Zwischenstopp am Abend mal noch ein fünftes oder sechstes Wohnmobil hinzukommt. Selbst, als jüngst sogar acht Camper in langer Reihe für eine Übernachtung Unterschlupf suchen, griff die Kommune nicht ein.

Allerdings wird auch ein Manko an dem Parkstreifen benannte: „Bei Nässe ist der Untergrund etwas matschig“, schrieb ein Wohnmobilist, ein anderer spricht von Pfützen – vor allem bei ergiebigen Regenfällen seit Wochenstart. Am Mittwoch bildete sich am neuralgischen Punkt erneut ein rund 200 Quadratmeter großer See. Das Problem: Bei stärkerem Regen rinnt das Wasser vom höher gelegenen Einmündungsbereich der Straße zum Wohnmobilparkplatz und sammelt sich dort auf dem durch abgestellte Lkw und Anhänger verdichteten, kaum durchlässigen Boden.

Auch die Plätze am Fischhof werden gerne angesteuert

Eine weitere Möglichkeit, mit dem Wohnmobil bis zu 24 Stunden vor Ort zu verweilen, bietet sich seit dem Vorjahr am Fischhof Baumüller. Auf einem Parkplatz dort ist Raum für zwei Fahrzeuge. Der Fischhof arbeitet mit dem Stellplatzführer „Landvergnügen“ zusammen: Wohnmobilisten können diesen Führer für rund 35 Euro bestellen und bekommen dazu eine Jahresvignette, die sie zum 24-Stunden-Aufenthalt auf einem der rund 1100 idyllischen Reiseziele ländlicher Gastgeber berechtigt. Der Aufenthalt vor Ort ist gratis, aber auch verbunden mit dem Genuss der Spezialitäten des Gastgebers – in diesem Fall die kulinarische Vielfalt vom Fischhof. „Wir wollen Wiehagen für die Naherholung interessanter machen“, erläutern Burga und Frank Baumüller zum Hintergrund des touristischen Angebotes.

Und das Konzept geht auf, zumal Corona die Szene der Wohmobilisten deutlich beflügelt habe, so der Fischwirt. Der Trend bei der Nutzung der beiden Parkplätze am Hof weist nach oben. Und immer sind die Besucher begeistert, wenn sie beim Blick ins Strullbachtal staunen: „Ist das schön hier“. Mancher nutzte dann auch Wiehagens Wanderwege, die etwa von der Haar aus Blicke weit ins Land bieten. Kein Wunder, dass seit Einrichtung der Plätze einige der Besucher schon zum dritten oder gar vierten Mal für 24 Stunden zu Gast auf dem Fischhof Baumüller waren.

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