Wirtschaftsgespräch beim Jahresempfang

Wickeder Wirtschaft mit viel Eigeninitiative und Umweltbewusstsein

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Beim Wirtschaftsgespräch machten Bürgermeister Dr. Martin Michalzik, Martin Niehaves und Ines Hinrichs deutlich, wie viel Eigeninitiative in der Wickeder Wirtschaft steckt.

Wickede - Der Bürgermeister als Zugführer, die Wirtschaft als Triebwagen: Beim Wirtschaftsgespräch zeigten zwei Wickeder Unternehmer, wie viel Eigeninitiative und Umweltbewusstsein in der heimischen Wirtschaft steckt.

Mit seinen Fahrgästen wagte Bürgermeister Dr. Martin Michalzik beim Neujahrsempfang mit Eisenbahn-Motto als Zugführer die „Abfahrt in die Zukunft“. Dabei wurde im Wirtschaftsgespräch mit Martin Niehaves, geschäftsführender Gesellschafter der Bäckerei Niehaves, und Ines Hinrichs, Inhaberin des Pflegedienstes Hinrichs, am Freitag deutlich, wer die Triebwagen des Zuges Wickede sind. 

Dass seine Gemeinde zurzeit keine kleinen Brötchen backen muss, machte der Bürgermeister vor den Vertretern aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens mehrfach deutlich. Mit einer Rücklage von rund sechs Millionen Euro könne man derzeit positiv in die Zukunft blicken. 

Gleichzeitig betonte der CDU-Politiker, dass die heimische Wirtschaft maßgeblich für die hohe Lebensqualität und das Gemeinwohl mitverantwortlich ist.

Im Wirtschaftsgespräch mit Martin Niehaves, dessen tägliches Brot das Wohlbefinden seiner Kunden ist, warf Michalzik ein Blitzlicht auf die Geschichte der Westfalenbäckerei und lotete aus, warum sich das Familienunternehmen mit 58 Filialen neben anderen innovativen Firmen in Handel, Handwerk und Industrie mit einreiht. 

Trotz seiner Größe setzt die Firma vor allem auf regionale Präsenz, wie Martin Niehaves betonte: „Die Filialen befinden sich in einem Radius von 50 Kilometern. Unsere Firmenphilosophie ist, dass wir nicht länger fahren wollen und wir unserer Region sehr stark verbunden sind.“ 

Alle zwei Wochen erwartet das Unternehmen eine logistische Herausforderung, wenn es das Westfalenstadion mit seinen bis zu 81.365 Besuchern beliefert. 

Als ihn Michalzik auf die Wertschätzung seiner Lebensmittel ansprach, solidarisierte sich Niehaves mit der heimischen Landwirtschaft. Heute werde in allen Bereichen immer nur angeklagt, aber kaum ehrlich diskutiert, sagte der geschäftsführende Gesellschafter. 

Mit viel Abwasser und hohem Energieeinsatz in heißen Backstuben gilt Niehaves auch als großer Energieverbraucher der Gemeinde. Mittlerweile habe der betriebliche Umweltschutz aber höchste Priorität, erläuterte Niehaves: „Wir haben eine Qualitätsmanagement- und Potenzial-Analyse gemacht und geschaut, wo unsere Probleme liegen. 

"Dabei kam raus, dass wir noch eine zweite Spülmaschine brauchen, weil wir viele Dinge mit einem Schlauch abgespritzt haben. Wir haben uns erschrocken, wie viel Wasser durch den Gulli läuft." 

Die neue Maschine verringere nicht nur den Wasserverbrauch, sondern sei auch mit Wärmerückgewinnung ausgestattet, wodurch Hitze für den Backofen gewonnen werden kann. Mittlerweile habe Niehaves eine Stromeinsparung von zwei Dritteln erreicht. 

Während die Westfalenbäckerei die Wertschätzung von Lebensmitteln im Auge hat, konzentriert sich Ines Hinrichs mit ihrem ambulanten Pflegedienst auf die Würde des Menschen: Im August 2014 gründete sie ihr Unternehmen, das mittlerweile 60 Mitarbeiter und sieben Schüler umfasst.

Mit den meisten Mitarbeitern aus Wickede und Umgebung ist der Pflegedienst ein starker Wirtschaftsfaktor, der kein Problem bei der Suche nach Fachkräften hat.

„Es ist nicht so, dass Leute wegen zu geringem Lohn aus der Pflege aussteigen, sondern weil es oft an Respekt und Würde fehlt“, sagte Hinrichs mit Blick auf den Fachkräftemangel in anderen Betrieben. Als familiäres Unternehmen könne man viel mehr auf jeden einzelnen Patienten schauen.

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