Wimbern

Nach beispielloser Crash-Serie: Unfallkreuzung weiter ungesichert

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Die Kreuzung der B63/B7 wird mit dem anerkannten Mangel aber ohne gesonderten Hinweis weiterhin betrieben.

Wimbern – Der Kreis Soest sieht sich nicht in der Haftung, wenn in diesen Tagen auf der Kreuzung B63/B7 ein weiterer Unfall wie Ende Oktober/Anfang November passiert. Damals war eine Optimierung angeordnet worden, die aber noch nicht umgesetzt ist. Eine Warnung oder ein zwischenzeitlicher Hinweis auf die anerkannte Schwäche wurden vom Kreis Soest nicht verfügt.

Was ist, wenn zwischenzeitlich etwas passiert? Die Frage eines Verkehrsteilnehmers beleuchtet die aktuelle Situation an der Unfallkreuzung.

„Bisher hatte ein blinkender gelber Pfeil zwar auf den Vorrang des Gegenverkehrs aufmerksam gemacht. Die Unfallhäufung belegt, dass das nicht ausreichend war.“ Diese Einschätzung vom Kreis nach dem Ortstermin der Unfallkommission am 6. November wies eindeutig auf ein Manko an der Ampelanlage hin. 

Ein Manko, das die Straßenverkehrsbehörde als Ursache für mehrere Unfälle direkt hintereinander erkannte. 

Wer aber nun denkt, dass bis zur Abhilfe besagter Fehlerquelle ein Hinweis auf dieses Gefahrenmoment des Knotenpunktes erfolgen würde, sieht sich getäuscht. Die Ampelanlage ist im Dienst wie zur Zeit der Unfallserie.

Zusätzliche Beschilderung nicht gefordert

Eine zusätzliche Beschilderung, die bis zur als notwendig erkannten Optimierung der Lichtzeichen auf die Gefährdung verweist, wurde vom Kreis Soest nicht verfügt, wie die Pressestelle in dieser Woche bestätigte.

Die Verkehrsbehörde dokumentiert damit, dass sie selbst für einen Zeitraum von mehreren Wochen einen Hinweis auf die mögliche Gefahrenquelle für Autofahrer an der Kreuzung nicht für notwendig hält. Wie lange genau dieser Zustand noch so bleiben wird, ist gegenwärtig nicht zu bestimmen. Tatsächlich betreibt der Kreis die Kreuzung nun schon seit sechs Wochen mit der anerkannten Schwäche. 

Und beim Blick auf die bevorstehenden Feiertage dürfte niemand mit gesundem Menschenverstand annehmen, dass die von der Verkehrsbehörde angeordnete Optimierung noch bis Ende des Jahres erfolgen könnte. Vielmehr dürfte die fehlerbehaftete Anlage eher noch ein, zwei Wochen länger ohne zusätzliche Absicherung weiter in Nutzung sein. Darauf jedenfalls lässt die Mitteilung aus dem Kreishaus schließen.

Schriftwechsel im Rahmen eines Bußgeldverfahrens

Denn auch die Frage, ob und wann die angeordneten Änderungen umgesetzt wurden, hieß es von Pressesprecher Müschenborn: „Nach Auskunft von Straßen-NRW wird die Anordnung voraussichtlich Anfang Januar umgesetzt“. Immerhin: Die aktuelle Entwicklung scheint dem Kreis recht zu geben, der sich juristisch offenbar auf der sicheren Seite wähnt. 

Jedenfalls sei seitens der bisherigen Unfallbeteiligten beziehungsweise ihrer Rechtsvertretungen oder Versicherungen mit Verweis auf eine Verbesserungswürdigkeit der Ampelanlage bisher keine Haftung eingefordert worden. Und doch war die Ampelanlage auch bisher schon Thema, habe es „im Rahmen eines Bußgeldverfahrens einen Schriftwechsel gegeben“, wie der Kreis einräumt. 

Sicher schützt Unwissenheit nicht vor Strafe, könnte sich der Kreis als verantwortliche Behörde möglicherweise nicht mal auf den Standpunkt zurückziehen, dass die unfallverursachende Fehlerquelle erst beim Ortstermin der Unfallkommission ausgemacht worden sei. Spätestens aber seitdem ist die Verkehrsbehörde in Kenntnis besagter Schwachstelle.

Von dieser Unfallserie ist die Rede

Als erstes ereigneten sich gleich zwei Unfälle an einem Wochenende im Kreuzungsbereich.

Direkt am Montag darauf drängte sich die Frage auf: Was ist nur los mit dieser Kreuzung? Schon wieder gab es dort einen schweren Unfall -ein Auto überschlug sich.

Und damit immer noch nicht genug: Es kam zum vierten Unfall in fünf Tagen. Die Polizei prüfte daraufhin die Ampelphasen an der Kreuzung.

Bei einem weiteren Unfall wurden dann gleich fünf Personen verletzt. Es war der fünfte Crash innerhalb von drei Wochen.

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