Wiehagen

Rathaus lehnt Bauplanung auf Kosten anderer ab

Am oberen Bildrand verläuft die Wickeder Straße: Von dort aus müsste der Baukörper erschlossen werden. - Planskizze: Gemeinde Wickede (Ruhr)

Wiehagen - Die Gemeinde wird keinen B-Plan aufstellen, um einem Grundstücksbesitzer am Kirchpfad in Wiehagen die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit fünf Wohnungen anstelle einer vorhandenen Scheune zu ermöglichen.

Dieser Vorschlag der Verwaltung an die Politik ist Ergebnis der Untersuchungen, zu denen nicht zuletzt die Befragung der Nachbarn zählte. 

Selbst wenn die Eigentümer der Nachbargrundstücke nichts gegen die Errichtung eines solchen Gebäudes haben sollten: Es dürften wohl die Kosten sein, zu denen alle herangezogen würden, die letztlich das Veto von drei Anliegern des Bereiches bedingen.

Einen erkennbaren Nutzen hätten die Nachbarn nämlich nicht, wenn ein B-Plan erstellt und eine „geordnete“ Erschließung zu besagtem Grundstück gebaut wird. Wohl aber müssten sie als Anlieger gemeinsam 70 Prozent der Planungs- und Baukosten bezahlen.

Wie viel das sein würde, beziffert das Rathaus zwar nicht, führt aber auf, was alles zu finanzieren ist. „Um eine geordnete Erschließung dieses südlich des Kirchpfades beantragten Hauses zu gewährleisten, bedarf es für diesen Bereich der Bauleitplanung und des Erwerbs von Flächen durch die Gemeinde“, heißt es im Beschlussentwurf. 

Zudem müsse der Kirchpfad verbreitert und ein Wendehammers angelegt werden. Anschliesend sei der Ausbau des Kirchpfades und des Brückenbauwerkes über die Bachparzelle erforderlich“ - da kommt einiges an Kosten zusammen.

Verständlich also, dass sich die von der Planung betroffenen Anlieger in Zurückhaltung üben. Vom Rathaus waren sie gebeten worden, der Verwaltung bis zum 8. März mitzuteilen, ob ein grundsätzliches Interesse an der Aufstellung eines Bebauungsplanes besteht.

Die Verwaltung zum Ergebnis: „Vor dem Hintergrund der Gegenüberstellung der voraussichtlich entstehenden Kosten zu dem geringen Nutzen äußerten drei von vier geladenen Grundstückseigentümern bereits im Gespräch, dass ihrerseits kein Interesse an einem Bebauungsplanverfahren besteht. Im Anschluss wurde dies von zwei Grundstückseigentümern noch einmal schriftlich gegenüber der Gemeindeverwaltung bestätigt“.

Und in der Verwaltung selbst wird „eine städtebauliche Notwendigkeit zur Aufstellung eines Bebauungsplanes vor dem Hintergrund der besonders hohen Aufwendungen für die Erschließung im Verhältnis zu der nur geringen Anzahl von realisierbaren Wohneinheiten nicht gesehen“. 

Das Rathaus schlägt deshalb vor, auf die Aufstellung eines Bebauungsplanes zu verzichten. Die Politik befasst sich mit dem Thema wieder im Bauausschuss am Dienstag nächster Woche ab 18 Uhr im Bürgerhaus.

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