Wickeder beim Konzert

Großer Auftritt mit dem "Maus-Orchester" in Dortmund

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Die musikalischen Jungs im Orchester– zum Suchen.

Wickede - Nicht jeder spielt mit der Maus. Es sei denn, man hat musikalisches Talent und Mut, sich zu bewerben. Zwei Wickeder Jungs standen jetzt auf der großen Bühne: Julian und Louis musizierten im „Mauskonzert“ mit dem WDR-Symphonie-Orchester im Konzerthaus Dortmund.

Nicht nur für die beiden Nachwuchsmusiker von der Ruhr war es sozusagen eine musikalische Lach- und Sachgeschichte auf Bratsche und Saxophon. „Die Initiative ging von den beiden aus,“ schildert Thomas Schneider, Vater des Nachwuchs-Bratschisten. 

Im Internet hatten Julian und Louis das Angebot und die Bewerbungsmöglichkeit für die aktive Teilnahme am „Konzert mit der Maus“ in Dortmund entdeckt. Und die Freude war groß, als sie neben zwei weiteren Musikschülern aus Werl und Ense, die ebenfalls ein Orchesterinstrument spielen, ihre Zusage bekamen. Die heimischen Musikschüler bildeten damit ein Drittel vom „Mausorchester“. 

300 Zuschauer

Mal mit Profis auf der Bühne zu sitzen, in einem großen Saal vor rund 1 300 Zuschauern – das ist schließlich schon was. Und so waren alle Augen auch auf die Musikschüler gerichtet, vor allem die ihrer Familien, als sie mit ihren großen Paten die Intromusik der fernsehbekannten Maus anstimmten und für vier bis fünf Minuten volle Aufmerksamkeit genossen. 

Josha Bäcker und Julian Müller.

Nicht nur Julian und Louis haben sich in der Vorbereitungszeit noch intensiver als sonst mit ihren Instrumenten befasst – es ging zum Teil über das tägliche Üben hinaus. Das Konzert selbst ist für den einen oder anderen sicher weitere Motivation, sich jetzt noch mehr dem Hobby zu widmen. 

Julian Schneider spielte Bratsche.

Im Dortmunder Konzerthaus jedenfalls saßen beim Familienkonzert nicht nur die Nachwuchstalente, sondern auch stolze Familienmitglieder. In der Werler Begleitung sogar der 93-jährige Onkel, der seinen Neffen Julian erlebte. An ihn dürfte der elfjährige Trompeter aber wohl nicht gedacht haben, als er kurz vor dem Auftritt in der letzten Vorbereitung den Orchester-Chef souverän fragte: „Wie laut soll ich denn spielen?“ „Gib alles“ – ließ sich Julian dann nicht zweimal sagen. In seiner Familie hatte man danach den Eindruck, dass der Junior doch mehr als deutlich herauszuhören war. 

Louis Anders und sein Orchester-Pate.

Zugegeben, es war ein Kurzauftritt für die vier Musikschüler. Das eigentliche Konzert – es wurde Smetanas „Moldau“ gespielt – verfolgten auch sie dann wieder aus dem Publikum. Ein aufregendes Erlebnis aber war es allemal und eine Fortsetzung könnte folgen. Julian und Louis aus Wickede jedenfalls warten jetzt schon auf die Anmeldemöglichkeiten zu den Beethovenkonzerten in Köln.

Die Teilnehmer

Die Musikschule Werl-Wickede-Ense bildete mit vier Teilnehmern ein Drittel des „Maus-Orchesters“ beim Familienkonzert in Dortmund. In der Vorbereitung für den Auftritt wurden sie von ihren Musikschul-Lehrern unterstützt. Folgende Schüler haben mitgemacht:

  • Julian Schneider aus Wickede, Bratsche (Lehrer: Markus Hoffmann)
  • Louis Anders aus Wickede, Saxophon (Lehrer: Roland Danyi) 
  • Julian Müller aus Werl, Trompete (Lehrer: Keith Bean) 
  • Josha Bäcker aus Ense, Cello (Lehrer: Thomas Büttner)

Alle Jungen haben ihre Orchestererfahrungen bei Musikschule Werl-Wickede-Ense gesammelt. Julian Schneider aus Wickede war bereits in der Melanchthon-Grundschule in der Streicher-AG aktiv.

Der Ablauf

Beim „Konzert mit der Maus“ in Dortmund haben die vier Musikschüler neben den Profis auf der Bühne gesessen. Sie spielten bei der Titelmelodie zur "Sendung mit der Maus" mit. 

Nach der Bewerbung haben die Jungs die Noten zugeschickt bekommen. Eine vom Computer eingespielte Fassung zum Download half bei der Orientierung. Zum Konzerttag waren mitzubringen: das Instrument und die Maus-Noten. Spätestens eine Stunde vor Konzertbeginn war Treffen und eine kurze Probe auf der Bühne angesetzt, wo die Teilnehmer ihre Orchesterpaten kennenlernten.

Im Konzert spielten die Sinfoniker zunächst alleine. Die Maus-Melodie wurde im zweiten Teil des Konzertes gespielt. Davor war eine kurze Pause, in der die jungen Mitspieler aus dem Zuschauerraum geholt wurden, ihre Instrumente nahmen, die die Orchesterpaten noch einmal stimmten. Dirigent und Orchesterpaten gaben ihren Schützlingen jeweils Bescheid, wann sie einsetzen mussten. Danach gehörte den Profis die Bühne dann wieder alleine. Die Musikschüler kehrten in den Zuschauerraum zurück. 

Teilnehmen können bei diesen Maus-Konzerten bis zu 18 Kinder. Die nächsten Konzerte sind am 14. September in Köln und am 15. September in Essen. Beethoven steht dann auf dem Spielplan.

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