Kunde warf Täuschung vor

Wickeder Autoverkäufer vor Gericht

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Ein 33-jähriger Wickeder musste sich nun vor Gericht verantworten.

Wickede – Wenn einem Angeklagten der vorgeworfene Täuschungsvorwurf nicht nachgewiesen werden kann, ist das für den Geschädigten sicherlich ärgerlich. So bleibt ein 43-jähriger Arnsberger nun auf seinem Fehlkauf sitzen, den er schon vor drei Jahren bei einem Wickeder tätigte.

Der 33-Jährige handelte seinerzeit im Nebenerwerb mit Gebrauchtwagen. Für 2000 Euro verkaufte er seinem Kunden aus dem Sauerland einen VW Polo, der angeblich unfallfrei gewesen sein soll. 

Vielmehr machte der Wagen schon bald allerhand Stress, qualmte, lief permanent heiß und schluckte literweise Öl, so der Kunde vor Gericht. Der Angeklagte sei mehrfachen Aufforderungen zur Reparatur nicht nachgekommen, weshalb der Arnsberger den Wagen schließlich selber in eine Werkstatt brachte.

Dort wurden die ersten Unfallschäden festgestellt, der Tüv attestierte ihm später so viel Spachtelmasse an einer Stelle des Wagens, dass sie jedem qualifizierten Händler hätte auffallen müssen. Der Arnsberger schaltete einen Anwalt ein, dessen Briefe an den Verkäufer blieben unbeantwortet, weshalb er schließlich Anzeige erstattete. Erst, als vor vier Monaten der Strafbefehl bei ihm ins Haus flatterte, reagierte er und legte Einspruch ein.

Die Spuren des Wagens ließen sich jedoch nur zu dessen ursprünglichen Besitzer zurückverfolgen, einem 47-Jährigen aus Solingen, der angab, keine Papiere über den Verkauf gehabt zu haben, bestehende Unfallschäden seien jedoch fachmännisch repariert und in den Unterlagen vermerkt gewesen. Der Käufer sei aber nicht der Mann auf der Anklagebank gewesen, sondern ein bereits deutlich älterer Herr.

Der Beschuldigte wiederum gab an, dass er die Autos nie von privat ankaufte, sondern stets „in Paketen“ von gewerblichen Anbietern, und für einen einzelnen Wagen wäre er nie nach Solingen gefahren, „das lohnt sich einfach nicht“. Offenbar sei der Wagen mal Teil eines solchen Pakets gewesen.

Da der Mann als Nebenerwerbshändler nun eben kein qualifizierter Verkäufer war und der Wagen offenbar noch durch anderen Hände gegangen war, bis er bei ihm landete, und der Kaufvertrag nur auswies, dass der Wagen, solange er in seinem Besitz gewesen war, in keinerlei Unfälle verwickelt gewesen war, war ihm der vorsätzliche Täuschungsvorwurf nicht nachzuweisen. Er wurde daher freigesprochen - wenn auch aus Mangel an Beweisen.

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