Am Rande 

Westfalens Jungbrunnen

"Sie brachte Lahme zum Gehen“, sang einst Marius Müller-Westernhagen über die schöne Carmelita, deren Vorzüge sich dem Sänger beim Sturz ins Dekolleté der Dorf-Venus erschlossen. In Wickede braucht’s derlei Ausschnitte erst gar nicht.

Diese Erfahrung machte jetzt der Freund der Wickederin. Er wollte von der Liege aufstehen, da passierte es: Eine falsche Drehung und „knacks!“ war im Rücken etwas aus der Fassung gesprungen.

Das brachte auch ihn aus der Fassung: Nur noch auf allen Vieren oder flach auf dem Rücken konnte er sich halten. 

Der Einsatz von Schmerzmittel ermöglichte am nächsten Tag einen Arztbesuch, bei dem der kundige Mediziner zwar alles wieder einrenken konnte, was aber längst nicht die Schmerzen nahm, so dass sich der Ärmste auch weiterhin auf Krücken fortbewegte. 

Bewegung immerhin sei angezeigt, hatte der Doc geraten. Und so quälte sich der junge Mann ins Freibad, um im Wasser die Motorik anzuregen.

Und siehe da: Beim Verlassen des Beckens fühlte er sich wie neu geboren und hätte fast seine Krücken vergessen. 

„Phantastisch“, beschrieb er die Wirkung des Wassers, schüttelte ungläubig den Kopf und verlieh dem Bad den Titel „Lourdes von Westfalen“. Das hat thematisch zwar kaum Parallelen mit Westernhagens „Willenlos“, kommt in der Wirkung aber aufs Gleiche 'raus...

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