Von Wickede nach Waltringen

Für Bürgerradweg zusammen anpacken

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Eng, stark und schnell befahren, eine Strecke, auf der Eltern ihre Kinder nicht radeln lassen: Die L673 zwischen Wickede und Waltringen könnte mit dem Förderprogramm schnell einen „Bürgerradweg“ bekommen.

Wickede/Waltringen – Ein Radweg entlang des Waltringer Weges wünschen sich Fahrradfahrer hüben wie drüben der Gemeindegrenze zu Ense. Schnell umsetzen lässt sich so etwas mit dem Fördertopf „Bürgerradweg“. Die Chancen sind da. Es muss nur jemand anpacken, ganz gleich, ob Kommune, Verein, Bürgerinitiative – oder eine Kooperation aus diesen Gruppen.

Die Voraussetzungen sind günstig. Nicht zuletzt deshalb, weil dem Land als Eigentümer der Straße nicht nur die asphaltierte Fläche, sondern üblicherweise auch mehrere Meter rechts und links der Straße gehören. 

Benötigt wird ein Mindestmaß von 4,75 Metern neben der Fahrbahn: 1,75 Meter Trennstreifen zur Straße plus 2,50 Meter Radweg plus 50 Zentimeter Bankett.

 „Es ist nicht unüblich, dass dem Land ausreichend Fläche neben der Straße gehört, um einen solchen Weg anzulegen“, erläutert dazu Oscar Faneca Santos, Sprecher von Straße.NRW. Das Förderprogramm „Bürgerradweg“ ist eine Alternative zum normalen Verlauf des Radwegebaus. 

Während der über das Land läuft und entsprechend dauert, werden für Bürgerradwege die interessierten Gruppen selbst aktiv: Kommunen, Vereine, Ortsteile oder Initiativen. 

Sie übernehmen dann aus eigenem Interesse das Verfahren. Sie sprechen mit Eigentümern, falls von privat noch Flächen gekauft oder gepachtet werden müssen. Sie sorgen für die Planung bzw. beauftragen ein Büro damit, sie lassen die Strecke schließlich auch bauen.

Die Kosten für den Bau werden vom Land erstattet. Dieses Konzept ist laut Oscar Santos für Radwege im Land bereits mehrfach umgesetzt worden. Das Förderprogramm hilft, das Verfahren für die Errichtung eines Radweges deutlich zu verkürzen, weil die wesentlichen Schritte von den Gruppen vor Ort übernommen werden. 

Dabei geht es nicht nur um Planungskapazitäten, die das Land nicht hat. Es geht vor allem um das vertrauensvolle Verhältnis zu Grundstückseigentümern, von denen eventuell ein Streifen Land gebraucht wird. Wie gesagt: Die Eigentümer müssen nicht einmal verkaufen, auch eine Verpachtung ist möglich, läuft zwar auf 20 Jahre, verloren ist das Land für die Eigentümer aber nicht. 

Wer ist die treibende Kraft? 

Solche Verhandlungen führen sich in der Regel besser, wenn man sich kennt und eine Vertrauensbasis da ist. Oscar Santos weiß aus Erfahrung: „Die größte Hürde ist das Eigentum“. Neben der Bereitschaft der Grundstücksbesitzer liegt alles andere in Händen der Kommune(n) oder jeweiligen Gruppe.

Für den Fall allerdings, dass die Flächen nicht komplett im Landesbesitz liegen und Aufwendungen für Kauf oder Pacht anfallen, gehe dies zu Lasten der Initiatoren. Ebenso die mit dem Landesbetrieb abzustimmende Planung, so Santos.

Aber je mehr Beteiligte hier an einem Strick ziehen, Kommunen, Vereine, Initiativen, umso schneller lassen sich die nötigen Mittel zusammentragen. Wichtig auch hier: Es muss jemand anpacken, es braucht eine treibende Kraft. 

Die kann durchaus auch eine grenzübergreifende Initiative sein. Interesse an einem Radweg entlang des Waltringer Weges wurde aus Wickede ebenso wie aus Waltringen geäußert. Gerade die Umleitung des Ruhrtalradweges über die Strecke zwischen Wickede und Waltringen mit der Begrenzung auf Tempo 50 hatte das gezeigt. 

Ein erstes Signal für Rückenwind kommt für so einen Vorstoß von der FDP. Wickedes Liberalen-Sprecher Patrick Wessel hatte sich jüngst mit seinem Enser Parteikollegen Christian Brunnberg getroffen. „Von uns aus würde ein solches Vorhaben unterstützt“, so Wessel zum Fazit des Gespräches.

Zustimmung findet ein Bürgerradweg entlang der L673 auch beim Kreis Soest. „Ich halte das für durchaus sinnvoll – auch für den Alltagsradverkehr“, sagt Stefan Hammeke, zuständiger Vertreter des Kreises Soest für den Bereich Fahrradverkehr. 

Ob es nun der Fahrradwanderer von Wickede nach Waltringen oder der Freibadbesucher von Waltringen Richtung Wickede ist – ein begleitender Radweg an der Strecke würde die Strecke sicher machen und dazu beitragen, „mehr Menschen aufs Fahrrad zu bringen“.

Für Hammeke ist zudem zwecks weiterer Vernetzung ein Lückenschluss denkbar. So könnte ein Radweg von Wickede nach Waltringen dort durch eine Querverbindung im Dorf unter anderem an den Panoramaweg durchs Bremer Bachtal angeschlossen werden.

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