Aufräumen nach „Friederike“: Der Harvester macht Tabula rasa

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Der Harvester ist seit Montagmorgen im Einsatz, um im Hövelwald das Baumchaos zu beseitigen, das Orkantief „Friederike“ hinterlassen hat.

Wickede - Das Werk von Orkantief „Friederike“ - der Mensch muss es vollenden. Die stehen gebliebenen Bäume im Hövelwald sind auf sich gestellt nicht mehr sicher und müssen nun ebenfalls gefällt werden. Zum Einsatz kommt dabei im Gemeindegebiet seit Montagmorgen der so genannte Harvester.

Das 350 PS-starke vierachsige Erntefahrzeug fällt, entastet und längt ab - alles in einem Arbeitsgang und wird gesteuert von Unternehmer Jens Heuel. Gemeinsam mit zwei Mann an der Kettensäge als Zuarbeiter hatte Heuel mit dem Harvester binnen des Vormittages nahezu die gesamte Fläche zwischen Hövelstraße und „Im Winkel“ aufgearbeitet.

Der Einsatz markierte den Auftakt der Aufräumarbeiten in den kommunalen Waldstücken, die noch bis zur zweiten Wochenhälfte in Anspruch nehmen werden.

Während der gesamte Bereich westlich des Siepens bis hinauf zur Hövelstraße von gekippten oder noch stehenden Bäumen freigeräumt wird, soll der Fichtenbestand östlich des kleinen Taleinschnitts stehen bleiben - ebenso die Baumzeile entlang der Straße „Im Winkel“. Damit bleibt dann einstweilen auch die Optik für das Freibad mit seiner Lage zwischen dem grünen Wald und der blauen Ruhr erhalten.

Im Rahmen der Arbeiten musste selbst eine stattliche und an sich gesunde Eiche gefällt werden. Grund ist die Verkehrssicherungspflicht, wie Förster Alan Mitchell erläuterte. Der Baum sei mit seinem Standort am Rand des Waldstückes insbesondere Richtung Straßenseite gewachsen, weil er dort das meiste Licht bekommt. Gleichzeitig war er aber Teil des gesamten Baumbestandes, der ein sich gegenseitig stützendes System darstellt. Weil die Fichten im Rücken nun nicht mehr da sind, habe die Gefahr bestanden, dass die Eiche mit komplett be- laubter Krone bei einem Sommerorkan nicht mehr standhalten kann und durch ihr gewachsenes Übergewicht auf die Straße bzw. das Wohnhaus gegenüber stürzt. Daher entschloss sich Förster Alan Mitchell schweren Herzens, auch die Eiche fällen zu lassen.

Das bei den aktuellen Arbeiten in Wickede anfallende Fichtenholz wird ins Ausland verkauft, erläuterte Mitchell zum Stand der Vermarktung. Mit der Wiederaufforstung werde man frühestens im Herbst, eventuell auch erst im nächsten Jahr beginnen können.

Hier ist noch zu überlegen, welche Baumarten neu angepflanzt werden. Mit wandelnden klimatischen Bedingungen bietet sich eine reine Fichtenkultur nicht mehr an, wie sie der jetzt gefällte, rund 80 Jahre alte Bestand an der Hövelstraße dargestellt hatte. - hütt

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