Am Rande

Auch die Amis kennen den "Vogel"

Mit Fremdsprachenkenntnissen ist man klar im Vorteil, auch bei der Gefahrenabwehr. Das war schon immer so, wie ein Beispiel aus dem Nachbardorf Voßwinkel zeigt. 

Dort berichten jetzt die „Voßwinkeler Rückblicke“ über den Tag am Kriegsende, als das Bauernhaus Hauschulte-Oberdick in Brand geschossen worden war. 

Die Bäuerin lief ins Dorf zu Feuerwehrchef Heinrich Neuhaus und flehte, sofort auszurücken. Neuhaus beeilte sich, den Offizier der US- Soldaten, die das Dorf besetzt hatten, um Löscherlaubnis zu bitten. 

Ja, aber ohne Feuerwehr-Uniform, um die Verwechslungsgefahr mit deutschen Landsern zu vermeiden, meinte der. Feuerwehrchef Neuhaus sprach kein Englisch und seine weitere Frage, ob die Brandschützer einen Helm tragen dürften, verstand wiederum der Offizier nicht. 

In aller Eile tippte sich der Wehrführer mit Vehemenz an den Kopf. Ein Fehler, denn im nächsten Moment blinzelte er direkt in den Lauf einer Pistole, was zeigt: Auch die Amis kennen den „Vogel“.

Das Ganze verzögerte die Löscharbeiten erheblich: Erst eine herbeigerufene, sprachkundige Tochter des Dorfes konnte die Situation zwischen dem höchst erbosten Offizier und dem schlotternden Feuerwehrchef bereinigen.

Mit argwöhnischer Mine und kleinem Wink mit dem Revolver ließ der Offizier den Wehrführer laufen. Ob danach am brennenden Fachwerkhof noch etwas zu retten war, wird bezweifelt. Feuerwehrchef Neuhaus aber soll fortan zwei Geburtstage im Jahr gefeiert haben...

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