Einschulungsjahrgang

Unterschiedliche Klassengrößen zu erwarten

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Auch die jüngste Einschulung hatte den Trend bestätigt: Neben einer 1a- und 1b- Klasse wie an der Engelhard-Schule bildete die Melanchthon-Schule aufgrund der Anmeldungen zusätzliche eine 1c - im Bild mit Klassenlehrerin Monika Klasing.

Wickede – Wenn es um die Frage der Schulwahl geht, hat der Elternwille Vorrang. Selbst dann, wenn dies zu erheblichen Unterschieden in den Klassengrößen führt. Ein solches Missverhältnis ergibt sich möglicherweise im neuen ersten Jahrgang.

Die Anmeldungen zur nächsten Einschulung sind gelaufen. Zur Frage nach den Zahlen aber hält sich die Gemeinde als Schulträger sehr bedeckt.

Das nährt den Verdacht, dass sich der Trend der Vorjahre weiter verstärkt hat. Der hatte sich stetig in Richtung einer Anmeldung von zwei Dritteln des Jahrgangs an der Melanchthon- und eines Drittels an der Engelhardschule entwickelt.

Bei einem Jahrgang von 88 Kindern für das nächste erste Schuljahr kann man sich ausrechnen, was dies an den beiden Schulen für Klassengrößen bedeutet, wenn man von einer Bildung von vier Klassen oder jeweils zwei Klassen an den beiden Schulen ausgeht.

Doch der Schulträger mag zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Zahlen nennen. Es müssen zunächst einmal diverse Parameter abgeprüft werden, „da steckt noch viel Arbeit im Backoffice hinter“, lässt Rathaussprecher David Schmeiser erkennen, dass jetzt erst einmal intern überlegt werden muss, wie mit diesem Anmeldeergebnis umzugehen ist.

Zunächst muss das Ergebnis überprüft werden. Sind alle schulpflichtig werdenden Kinder auch tatsächlich angemeldet worden? Hat es eventuell Doppelanmeldungen gegeben? Sind noch Kinder zurückzustellen oder sind etwaige Förderschul-Aufnahmeverfahren einzuleiten?

Anschließend haben Schulträger und Grundschulen dann die konkreten Zahlen für den nächsten Jahrgang vor Augen. „Die Mindestgröße für eine Klasse liegt wohl nicht unter 15 Kindern“, signalisiert Winfried Ebert, der bei der Schulaufsicht zuständige Mann für Wickedes Grundschulen.

Die direkten Zugriffsmöglichkeiten hatte die Gemeinde noch bis 2004. Damals wurden dann im Einklang mit dem Schulgesetz die Schulbezirksgrenzen aufgelöst. Seitdem werden die Kinder nicht mehr vom Träger an die Schulen verteilt, womit die Kommune jeweils steuern konnte, wie viele Kinder welche Schule besuchen.

Mit Auflösung dieser Bezirke haben Eltern seitdem die freie Wahl zwischen einer der beiden heimischen Grundschulen. 

Gegenwärtig bieten sich verschiedene Möglichkeiten, wie mit der aktuellen Situation umzugehen ist. Entweder, die Anmeldeverhältnisse werden wie eingegangen nachvollzogen. An der Melanchthonschule, an der zwei vierte Klassen ausscheiden und analog bislang mit zwei neu zu bildenden Eingangsklassen gerechnet worden war, könnte dies zwei sehr große erste Klassen bedeuten. 

Eine Alternative könnte die Bildung einer dritten Klasse sein, die aber den Verlust eines Raumes für den Sachunterricht mit sich brächte. 

Hier war in der Vergangenheit schon einmal die Rede von der Auflösung des Computerraumes. Dem steht entgegen, dass der Schulträger unter Zuhilfenahme öffentlicher Fördermittel gerade im EDV-Bereich erhebliche Investitionen in den Grundschulen plant. Zudem stellt sich die Herausforderung, dass bei zwei geplanten Klassen eine zusätzliche dritte Klasse auch personell zu bedienen ist.

Als zweite Option deutet sich das Gespräch mit den Eltern anzumeldender Kinder mit der Frage an, inwiefern sie bei ihrer auf dem Recht der freien Schulwahl basierende Entscheidung Spielraum sehen. 

Eine dritte Möglichkeit: Die Gemeinde als Schulträger nutzt die zur Verfügung stehenden Steuerinstrumente. „Aber das macht man ausgesprochen ungern“, erläutert Schulamtsdirektor Winfried Ebert. In den Elternwillen einzugreifen, sei die Ultima Ratio eines Schulträgers und nach Möglichkeit zu vermeiden.

So werden denn die Gespräche und Beratungen vor allem ein Ziel haben: eine Verteilung des nächsten Erstklässler-Jahrgangs, die ohne Eingriffe des Schulträgers auskommt und dennoch Klassengrößen ergibt, die innerhalb der Vorgaben liegen und einen effektiven Unterricht ermöglichen. 

Bislang gibt es aus dem Rathaus noch keine Signale, dass dieser Zustand erreicht ist.

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