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Schüsse im Feld

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Von: Martin Hüttenbrink

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Schüsse im Feld, ein Passant in Angst und gefräßige Vögel – eine Ackerstory, die Festus Haggen alle Ehre gemacht hätte.

Greenhorns werden den kauzigen Deputy von Marshal Matt Dillon nicht mehr kennen. Der Titel der Western-Serie, die 1975 endete, ist aber geläufig. „Rauchende Colts“ kennt man in vielerlei Hinsicht, sagt der Begriff doch so viel wie: Auf frischer Tat erwischt. 

Genau davon berichtet jetzt ein Passant. Im Feld bei Wiehagen habe er mehrere Schüsse gehört und beim geduckten Rundum-Blick in einiger Entfernung am Bauernhaus eine Rauchwolke entdeckt. Kurz will er sogar noch einen Gewehrlauf gesehen haben.

Die Nachforschungen ergaben folgendes Bild: Die Schüsse stammen gut informierten Kreisen zufolge von einem Knallschreckgerät, um die gefräßigen Vögel von der Saat fernzuhalten. Das wird mit Gas und Zufallsschaltung betrieben – aber ohne Kugeln. 

Das Rauchwölkchen am Fenster im ersten Stock wiederum war der Bauerstochter entfleucht, die gerade ihre E-Zigarette rauchte. Darin wird eine aromatisierte Flüssigkeit („Liquid“) mit Hilfe einer heißen Spule im so genannten „Coil“ verdampft - und dieser Dampf inhaliert. Den Gewehrlauf hat sich der Passant wohl dazu gedacht. 

Statt „rauchender Colts“ also eher „rauchende Coils“, und statt „auf frischer Tat erwischt“ wohl der Klassiker: „Das ist jetzt nicht das, wonach es aussieht..."

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