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Hochwasser-Schutz: Wickede schottet sich ab mit Mauer und Damm

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Von: Anne Schoplick

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Ruhrhochwasser im Juli in Wickede nach starken Regenfällen
Das Juli-Hochwasser nach den Starkregenfällen macht die Notwendigkeit des Hochwasserschutzes deutlich: Die Straße Ruhrufer war zum Teil geflutet; sie soll daher mit einer Mauer abgeschottet werden. Ein Stück Straßenverbindung nach Fröndenberg soll neu gebaut und außerdem auf einem Damm verlaufen. © Hans Blossey

Die Renaturierung der Ruhr Teil II, für die im Mai der Startschuss gegeben wurde und für die in den kommenden beiden Jahren rund 3 Millionen Euro ausgegeben werden sollen, ist die eine Seite. Der Hochwasserschutz die andere.

Wickede - Der Planungsschuss wird sich in seiner Sitzung mit den Planungen für den kommunalen Hochwasserschutz befassen. Der Bau einer Schutzmauer und eine Straßenbaumaßnahme in den nördlichen Gefilden an der Ruhr sind dabei die wesentlichen Projekte, die anstehen.

Das Juli-Hochwasser habe eindrücklich gezeigt, dass technische und bauliche Maßnahmen zur Hochwasserabwehr am Nordufer geboten seien, informiert die Verwaltung im Vorfeld der Sitzung. Ziel sei, damit Betriebsstätten und Wohnbereiche zwischen Bahnlinie und Ruhr – insbesondere im Bereich der Erlenstraße – gegen drohende Schäden zu schützen, falls mal wieder die Flut kommt.

Die Gemeindeverwaltung habe die Grundstückseigentümer des betroffenen Gebietes im Rahmen der kommunalen Vorsorge bereits im Oktober 2017 über Risiken informiert, die sich aus der Lage der Gebäude in einem Gefahrengebiet ergeben. Sie wurden in Kenntnis gesetzt, wie Eigenvorsorge möglich ist. Die kommunalen Schutzmaßnahmen sollen die Eigenvorsorge nun ergänzen.

Im Rathaus setzt man sowohl in der Ausführung als auch der späteren Wirkung auf einen Synergieeffekt. Idealerweise sollen die Arbeiten zur Renaturierung und für den Hochwasserschutz parallel laufen, nennt Bürgermeister Dr. Martin Michalzik den technischen Zusammenhang beider Jahrhundert-Projekte.

Was im Rahmen der Renaturierungsmaßnahme an der Ruhr an Erdreich anfällt beziehungsweise abgegraben wird, könne für den Straßenbau verwendet werden. Denn ein Teil der Verbindungsstraße nach Fröndenberg soll ab Einmündung Erlenbusch neu gebaut und gleich auch höher gelegt, ein Damm so auch zur Straße werden. Die Straße Ruhrufer wird auf diesem Deich in Richtung Kläranlage verschwenkt und verläuft quer über das derzeit als Acker bewirtschaftete Feld südlich der Kläranlage bis an den Grenzweg der Stadt Fröndenberg.

Dort wo der Damm anfängt, läuft die ebenfalls am Ruhrufer geplante Mauer aus. Die Hochwasserschutzmauer soll mit einer Höhe zwischen 60 und 160 Zentimetern die Ansiedlungen vor Ruhrhochwasser schützen. Sie beginnt am Pumpenhaus der Salzgitter AG gleich hinter der Ruhrbrücke und endet etwa in Höhe der Einmündung Erlenbusch. Die Mauer könne auf der Südseite der jetzigen Straße Ruhrufer auf der Straßenfläche angelegt werden, heißt es in der Verwaltungs-Vorlage für die Ausschusssitzung.

Die Hecke allerdings muss für die Mauer geopfert werden, während ein Teil der gewachsenen Bäume in diesem Bereich erhalten werden können.

Die Kosten für das Vorhaben (Mauer, Damm, Straßenbau) werden zurzeit konkret kalkuliert und für den Haushaltsentwurf 2022 mit zunächst vorläufigen Ansätzen berücksichtigt.

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