Naturaktion

Rund 2000 Fische wechseln das Domizil 

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Auch Süßwassermuscheln gedeihen in der Erbke: Oliver Berg am Teich, der jetzt ausgelandet wird

Wickede – Es ist einer der größten örtlichen Umsiedlungen der jüngeren Vergangenheit: Immerhin rund 2000 Bewohner mussten für das Projekt den Wohnort wechseln: Jetzt kann die Gemeinde den Erbketeich auf Vordermann bringen.

Der Job ist eine anrüchige Angelegenheit. Denn geruchslos ist der tiefe Schlamm und Schlick nicht, der beim Trockenlegen des Kleingewässers in diesen Tagen zum Vorschein kommt.

Gleichzeitig ist die breiige Masse aber auch der Hauptgrund für die Aktion, die zuletzt vor eineinhalb Jahrzehnten durchgeführt worden war. Der Teich ist nämlich Bestandteil der gemeindlichen Regenrückhaltung, dient also als Puffer, wenn bei Starkregen plötzlich große Mengen Wasser anfallen. 

Und je mehr der Teich verschlammt, desto größer ist die Gefahr, dass er das riesige, unterirdische Rückhaltebecken an der Straße „Zum Obergraben“ zuschlammt. 

Mit der „Entschlackungskur“ für den Erbketeich wird zum einen diese Gefahr gebannt und zum anderen das Volumen zur Wasseraufnahme wieder vergrößert. Um den Schlamm aber überhaupt abtragen zu können, muss das Ganze jetzt zunächst trockengelegt werden. 

Dazu öffnete der Bauhof den Bypass, mit dem der Zulauf zum Teich umgeleitet wird. Gleichzeitig mussten in diesem Zuge natürlich auch die großen und kleinen Fische umgesetzt werden. 

Dazu zählen bis zu 80 cm große Graskarpfen, die in den Teich im Bauer-Park umgesetzt wurden. Auch Barsche, Schleihen und sogar einen überdimensionalen Goldfisch sammelten die Mitarbeiter des Bauhofes in dem sinkenden Wasserstand ein, um sie teilweise auch in die Ruhr umzusetzen. 

In der zuletzt gegrabenen Mulde fanden sich schließlich noch unzählige Kleinfische wie etwa Stichlinge. Und sogar Süßwassermuscheln entdeckte Mitarbeiter Oliver Berg beim Trockenlegen. 

Wenn dann in den nächsten Tagen der Schlamm einigermaßen abgetrocknet ist, kann der Teichboden ausgebaggert und der Abraum abtransportiert werden. 

Zuvor erfolgt sicherheitshalber noch eine Beprobung. Anschließend wolle man den Teich noch etwas „aufhübschen“, so Bauhofleiter Reiner Kräenfeld. Gedacht sei neben einer attraktiven Bepflanzung auch vielleicht an die Anlage eines kleinen Balkons, von dem aus man künftig auch einen neuen Blick auf den Teich haben soll.

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