Neue Wahlperiode

Noch Platz für Großprojekte? 

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Freut sich als Moderator und Regisseur gleichermaßen auf die Arbeit in den nächsten fünf Jahren: Bürgermeister Martin Michalzik am Wahlabend

Wickede – Die Frage an den für weitere fünf Jahre frisch Gewählten liegt auf der Hand: Welche neuen Projekte will Bürgermeister Martin Michalzik anpacken. Doch der Ratschef dämpft. „Es gilt nicht, Neues zu starten, sondern die laufenden Projekte fortzusetzen.“ Für zusätzliche Großprojekte sieht er  beim Blick auf die zweite Amtszeit kaum Ressourcen. „Wir sind offen, aber die Schubkarre ist bereits recht voll.“

Allein schon der Blick auf die anstehenden Bauprojekte zeigt, dass Rat und Verwaltung in den nächsten fünf Jahren alle Hände voll zu tun haben. 

Da ist die Modernisierung des Bürgerhauses: Ein Millionenprojekt, das in die Wege geleitet ist, für das im März eine Landesförderung von 3,144 Mio. Euro in Aussicht gestellt wurde. Ob sich der Baustart mit Verweis auf Corona nun von 2021 noch um ein Jahr verzögert, bleibt dahingestellt - die Modernisierung bleibt ein Mammutprojekt der neuen Legislaturperiode bis 2025.

Eigentlich sollte die bauliche Erweiterung von Toilettenanlage und Pausenhalle der Melanchthonschule mit einem Volumen von rund einer Mio. Euro bereits in diesem Jahr laufen. Auch diese Maßnahme wurde zeitlich zum Corona-Opfer, wird nun für 2021 angedacht.

„Der größte Teil fährt unter Wasser“ Die Engelhardschule bedarf ebenso weiterer Investitionen wie die kommunalen Kindertageseinrichtungen. Hinzu kommen weitere eingeleitete Projekte: Die Dorfplatzerneuerung in Echthausen etwa oder die baulichen Maßnahmen zum Hochwasserschutz, den Wickede im Rahmen der Renaturierung der Ruhr umsetzen will.

Hinzu gesellen sich die vielfältigen Aufgaben des laufenden Geschäftes, die alleine auf dem Hoch- und dem Tiefbausektor mit den öffentlichen Gebäuden, den Straßen und Kanälen jede Menge Arbeitskraft binden. 

Michalzik nutzt hier gerne das Bild des U-Bootes, Von dem sehe man nur das Seerohr, „der größte Teil fährt unter Wasser“. Aber auch die weitere Besiedlung Wickedes stellt in den kommenden fünf Jahren einen Schwerpunkt dar. Wie weit das Baugebiet Osterdorf in Echthausen oder das Quartier auf dem Mannesmann-Gelände in der Ortsmitte 2025 sein werden, hängt nicht zuletzt von der weiteren Arbeit in Rat und Verwaltung ab. 

Motivation und Frustrationstoleranz Zudem sorgen Ausrichtung und Ausstattung der Verwaltung immer wieder für Herausforderungen. Gegenwärtig arbeit das Verwaltungsteam sich in neue digitale Strukturen ein, um den Weg zum Online-Rathaus fortzusetzen. 

Jetzt aber steht Wickedes frisch bestätigter Bürgermeister zunächst mal am Anfang der neuen Amtszeit und freut sich darauf, die laufenden Projekte gemeinsam mit dem Gemeinderat weiter zu entwickeln. Den Parteien und ihren Fraktionen jedenfalls hatte Michalzik noch am Wahlabend gedankt. 

Und er wünschte „uns allen viel Freude und Verantwortungsgefühl, die nötige Motivation, vielleicht an der einen oder anderen Stelle auch Frustrationstoleranz, aber vor allem auch Kooperationsbereitschaft, weiter gemeinsam für Wickede und seine fünf Ortsteile zusammen politisch zu arbeite

30 von 40 Kräfte der Belegschaft ersetzen 

Als eine wichtige Aufgabe hat der Bürgermeister den weiteren Generationswechsel im Rathaus fest im Blick. In den kommenden zehn Jahren werden die starken Jahrgänge der „Baby-Boomer“, die sich auch in der Belegschaft zahlenmäßig bemerkbar machen, aus dem Arbeitsleben ausscheiden – immerhin rund 30 von etwa 40 Kräften im Haus am Marktplatz.

Auch hierfür gelte es, in den nächsten Jahren die Weichen zu stellen, um Kontinuität zu sichern. Man müsse die Wahlperiode auch mal „vom Ende her denken“, so Martin Michalzik, der ganz offensichtlich auch in dieser Hinsicht ein gut bestelltes Feld hinterlassen möchte, wenn er nach seiner Amtszeit die Geschäfte der Gemeinde an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger überreich

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