Raffinierte Aromen

Es beginnt damit, dass man am Schreibtisch an sich hinunterschaut und resigniert festhält, dass die morgendliche Duftdusche wohl doch nicht für den gesamten Tag ausreicht.

Einen Moment später fragt man sich angesichts dieser ganz besonderen Note, wann der jüngste Besuch auf einem Bauernhof stattgefunden hat, nur Minuten danach gefolgt von der nun auch offen ausgesprochenen Vermutung: „Bin ich etwa in einen Hundehaufen getreten?“.

„Ohh“, winkt die Kollegin mit dem sensibelsten Näschen des gesamten Teams hektisch ab, „schau bitte schnell nach“. Aber nichts: Die Sohlen sind sauber. Dann doch die Bauern? Die Blicke fliegen zum Fenster: Steht es offen? Auch da Fehlanzeige.

Bis schließlich die Erkenntnis ins Hirn sickert wie dieses ganz spezielle Aroma in die Nase: Der Kollege ganz hinten in einer Ecke des Großraumbüros hat ein Gericht mit Gorgonzola vor sich stehen, mit viel Gorgonzola - darauf lässt zumindest die Intensität in der Raumluft schließen.

Es bedeutet einige Arbeit für das persönliche Geschmacksempfinden, nun gedanklich von Gülle, Kot und Co. umzuschwenken auf die raffinierten Aromen der gehobenen Küche und man stellt fest: In Extrembereichen haben beide Felder gewisse Schnittmengen.

Nur schwer einzuordnen ist da allerdings der Ausruf eines Kollegen, der gerade erst ins Büro kommt, kurz wittert, die Nase kraus zieht und ausruft: „Hier riecht’s ja wie im Arnsberger Wald...“

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