Wahrheit oder Legende?

Der Wickeder hatte sich schlau gemacht: Die viel verbreitete Information, dass der Mensch im Laufe seines Lebens im Schlaf zig Spinnen verschluckt, wird im Internet auf breiter Front dementiert.

Als Argument wird da nicht zuletzt angebracht, dass der Mensch nicht ins Beuteschema der Spinne passe und diese sogar Reißaus nehme, wenn sie Feuchtigkeit, Bewegung oder gar Schnarch-Vibrationen des Menschen wahrnehme - geschweige denn seinen Atem.

Der muss einer kleinen Spinne ja wie rhythmische Sturmböen wahlweise mit Nikotin-, Alkohol-, Knoblauch- Zahnpasta- oder sonstigen Aromen um die Nase pfeifen. Der gemeine Achtbeiner jedenfalls mache darum einen weiten Bogen.

Ursache für die Untersuchungen: Der Wickeder hatte jetzt selig schlummernd in seinem Bett gelegen, als ihn ein leichtes Kitzeln am Auge in Halbschlaf versetzte. Nach einem Moment schrillten dann vollends die Sirenen, da war besagtes Kribbeln am Mund angelangt. Mit der Grobmotorik des Halbschlafes fuhr er sich ins Gesicht, spürte dann Feuchtigkeit auf den Lippen und ein Insekt zwischen den Fingern - eine Spinne, wie er im nächsten Moment hellwach feststellte.

Die hatte aber nun ihr zartes Dasein unter seinem noch unbewussten Zugriff ausgehaucht, woraufhin er sie schulterzuckend auf den Nachttisch legte: „Tja mein Freund, zur falschen Stelle am falschen Ort...“

Die Sicherheit aber, dass der nächtliche Verzehr von Spinnen eine Mär sei, hat er seitdem nicht mehr. Was, wenn sein Mund nun offfen gestanden hätte...?

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